Training Nr. 120 in diesem Jahr fand am 16.11. statt. Es war ein kurzes Vergnügen: der Weg war naß und etwas rutschig, und beim Versuch, über das Drängelgitter am Bahntunnel gleich am Anfang der Strecke zu springen, rutschte ich aus. Ich kam gar nicht dazu, abzuspringen, ich nahm Anlauf, der Sprungfuß bekam keinen Halt und rutschte nach vorne mit schnellem Tempo. Ich knallte mit dem Knie gegen die Absperrung und fiel auf den Rücken - zum Glück doch ein wenig seitwärts, denn es war so heftig, daß ich es knacken hörte. Ich lag da erstmal stöhnend auf dem Boden, ich konnte vor Schmerz kaum denken. 30 Meter vor mir unterhielten sich zwei Männer an der Friedhofspforte und beachteten mich nicht. Nach einer Weile schaute einer der beiden rüber und fragte: Alles klar? Ich antwortete wahrheitsgemäß mit "Nein!", aber entweder war das nicht verständlich genug, oder die beiden hatten Wichtigeres zu besprechen, jedenfalls kam auch keiner rüber, um zu helfen.
Irgendwann stand ich auf und ging nach Hause zurück - ich humpelte mehr, als daß ich ging, und bei jedem Schritt mußte ich laut aufstöhnen. Es muß ein lustiger Anblick gewesen sein, jedenfalls wurde ich ein paarmal komisch angeschaut. Zuhause erwarteten mich große Augen meines Sohnes und meiner Frau, die aber beide gleich weg mußten. Ich legte mich in die Badewanne und versuchte zu entspannen, aber die Schmerzen gingen nicht weg. Also rief ich mir ein Taxi und fuhr in die Notaufnahme, wo ich gleich geröntgt wurde. Ergebnis: die 8. Rippe links, das ist die erste, die unter dem Schulterblatt sichtbar ist, ist gebrochen.
Das bedeutet für mich den Abschluß der Laufaktivitäten für dieses Jahr, denn die Rippe wird 3 bis 4 Wochen brauchen, um wieder zusammenzuwachsen. Das Knie ist zum Glück nicht angetastet, die beiden Schläge, die ich da abbekommen habe, sind ein Stück darunter. An der rechten Kniekehle habe ich auch einen Schlag abbekommen, ich vermute, ich bin auf dem eigenen linken Fuß gefallen, habe aber keine Erinnerung daran. Jedenfalls hat sich da ein großer Bluterguß gebildet, der aber schon wieder am Verschwinden ist.
Fazit: Glück im Unglück, denn es hätte schlimmer kommen können, wenn ich auf die Wirbelsäule oder gar den Hinterkopf gefallen wäre. Jetzt war ich eine Woche zuhause und werde morgen wieder arbeiten gehen.
Herzenssachen
Von der Herzoperation Silvester 2005 zum Marathon Oktober 2007
Montag, 24. November 2008
Mittagslauf in Köppern
Am Donnerstag, dem 13.11., lief ich wieder in Köppern. Ich nahm die gleiche 8,1-km-Strecke in 45:37 Minuten, war also ein klein wenig langsamer als beim letzten Mal - kein Wunder, denn der Muskelkater war schon deutlich. Auch diesmal hatte ich den Brustgurt nicht mit, ich schätze aber, daß es mich relativ viel gekostet haben dürfte; der Pace war mit 5:37 min/km nicht zu schnell, aber auch nicht gerade langsam.
Abendlauf an der Nidda
Am Dienstag, dem 11.11., zwei Tage nach dem Lauf am Sonntag, bin ich dann wieder abends gelaufen. Die Mittagspause war wieder unmöglich gewesen, aber das machte nichts, ich lief abends an der Nidda, die auf 13,64 km abgekürzte 14-km-Strecke. Das machte wieder Spaß, ich war nach 1:13:34 h fertig, hatte also einen Schnitt von 5:23 min/km gehalten. Das zeigte sich auch in den Pulswerten: 166 im Durchschnitt, 178 maximal. Ich war etwas fertig und hatte tags darauf Muskelkater, aber es hat Spaß gemacht.
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13km Nidda allein kühl schnell
Niddalauf am Abend mit Franziska
Am Sonntag, dem 9.11., bin ich dann abends mit Franziska gelaufen. Wir hatten es uns die ganze Zeit vorgenommen, das hatte aber irgendwie nicht geklappt. An dem Nachmittag sah es erst mal wieder so aus, als könnten oder wolten wir nicht, aber Franziska gab sich und mir einen Ruck, und wir gingen los.
Es war ein schöner Lauf, bei dem ich wieder entdeckte, wieviel mir das Laufen bringt. Danach war ich wieder drin, weder Stress, noch Unlust, noch das kalte Wetter konnten mir was anhaben. Wir liefen exakt im 6er Schritt eine Strecke von 12,1 km in 1:12:39 h, wobei ich meinen Puls sehr gut bei 158 im Durchschnitt halten konnte. Der Höchstpuls lag bei 174 am Ende, als wir einen Spurt hinlegten.
Es war ein schöner Lauf, bei dem ich wieder entdeckte, wieviel mir das Laufen bringt. Danach war ich wieder drin, weder Stress, noch Unlust, noch das kalte Wetter konnten mir was anhaben. Wir liefen exakt im 6er Schritt eine Strecke von 12,1 km in 1:12:39 h, wobei ich meinen Puls sehr gut bei 158 im Durchschnitt halten konnte. Der Höchstpuls lag bei 174 am Ende, als wir einen Spurt hinlegten.
Sonntag, 23. November 2008
OK. Ich bin im Verzug.
Vier Wochen! Vier Wochen habe ich nun nicht mehr gebloggt. Nicht, daß es nichts zu berichten gegeben hätte. Irgendwie war ich blockiert.
Heute hole ich es nach. Ich bin seitdem viereinhalb mal gelaufen, und ich habe mir ja vorgenommen, jeden einzelnen Lauf zu dokumentieren.
Nach meinem Lauf vom 24. Oktober legte ich eine Pause von einer Woche ein. Am Wochenende war ich weggefahren, und die Woche danach war bei der Arbeit so stressig, daß ich mir mittags keine Zeit dafür nahm. Am Montag, dem 3.11. wieder, da nahm ich mir die Zeit - zwar etwas spät, um 15:20, aber wenigstens das. Ich lief die bekannte Strecke, die mittlerweile standardmäßig auf 8,1 km abgewandelt ist, da eine Abkürzung, die quer durchs Feld führte, nicht mehr möglich ist. Ich lief die Strecke in 44:06 Minuten, d.h. mit einem Schritt von 5:25 min/km. An dem Tag hatte ich meinen Brustgurt vergessen, also habe ich keine Pulswerte notiert; ich war aber schon etwas aus der Puste.
Heute hole ich es nach. Ich bin seitdem viereinhalb mal gelaufen, und ich habe mir ja vorgenommen, jeden einzelnen Lauf zu dokumentieren.
Nach meinem Lauf vom 24. Oktober legte ich eine Pause von einer Woche ein. Am Wochenende war ich weggefahren, und die Woche danach war bei der Arbeit so stressig, daß ich mir mittags keine Zeit dafür nahm. Am Montag, dem 3.11. wieder, da nahm ich mir die Zeit - zwar etwas spät, um 15:20, aber wenigstens das. Ich lief die bekannte Strecke, die mittlerweile standardmäßig auf 8,1 km abgewandelt ist, da eine Abkürzung, die quer durchs Feld führte, nicht mehr möglich ist. Ich lief die Strecke in 44:06 Minuten, d.h. mit einem Schritt von 5:25 min/km. An dem Tag hatte ich meinen Brustgurt vergessen, also habe ich keine Pulswerte notiert; ich war aber schon etwas aus der Puste.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Abendlauf an der Nidda mit Frau und Hund
Heute war Marathontag. Die ganze Stadt war abgesperrt, die Zeitungen, das Radio, die Plakate: alle erzählten davon. Ich war dazu nicht vorbereitet und hatte daher keine Lust, mir das anzuschauen. Mein Schwiegervater feierte Geburtstag im Taunus, da sind wir hin und haben mitgefeiert.
Abends allerdings, da wollte ich doch meinen Lauf absolvieren. Franziska wollte mit dem Hund raus, und wir beschlossen, gemeinsam zu laufen, um die Unmengen Kalorien, die wir bei ihrem Vater zu uns genommen hatten, wenigstens zum Teil abzubauen.
Snoop war diesmal vorbildlich; er lief ohne große Probleme in gleichbleibendem Tempo mit, und nur manchmal mußten wir anhalten, wenn er mal mußte. Das war ganz OK so, ich hatte das Gefühl, daß ihm die Dunkelheit nicht so gefällt und er deswegen keine großen Ausreißversuche unternahm. Wir liefen realtiv entspannt, oder vielmehr: ich lief relativ entspannt, Franziska versuchte, mein Tempo zu halten. Man muß sich vor Augen führen: sie ist heute zum ersten Mal seit 11 Wochen wieder mitgelaufen, und da machte sie locker mit, als wäre nichts gewesen. Ein Naturtalent; wenn sie ein bißchen beständiger trainieren würde, würde sie mich locker abhängen.
Wir liefen eine leicht veränderte Strecke von 9,15 km und kamen nach 57:45 Minuten an, das ist ein Tempo von 6:18 min/km. Meine Pulswerte waren ganz prima, mit 149 im Durchschnitt und einem Maximum von 159 war ich die ganze Zeit im grünen Bereich.
Insgesamt war das ein schöner Lauf in der Abendluft, der mich über den nicht gelaufenen Marathon hinwegtröstete :)
Abends allerdings, da wollte ich doch meinen Lauf absolvieren. Franziska wollte mit dem Hund raus, und wir beschlossen, gemeinsam zu laufen, um die Unmengen Kalorien, die wir bei ihrem Vater zu uns genommen hatten, wenigstens zum Teil abzubauen.
Snoop war diesmal vorbildlich; er lief ohne große Probleme in gleichbleibendem Tempo mit, und nur manchmal mußten wir anhalten, wenn er mal mußte. Das war ganz OK so, ich hatte das Gefühl, daß ihm die Dunkelheit nicht so gefällt und er deswegen keine großen Ausreißversuche unternahm. Wir liefen realtiv entspannt, oder vielmehr: ich lief relativ entspannt, Franziska versuchte, mein Tempo zu halten. Man muß sich vor Augen führen: sie ist heute zum ersten Mal seit 11 Wochen wieder mitgelaufen, und da machte sie locker mit, als wäre nichts gewesen. Ein Naturtalent; wenn sie ein bißchen beständiger trainieren würde, würde sie mich locker abhängen.
Wir liefen eine leicht veränderte Strecke von 9,15 km und kamen nach 57:45 Minuten an, das ist ein Tempo von 6:18 min/km. Meine Pulswerte waren ganz prima, mit 149 im Durchschnitt und einem Maximum von 159 war ich die ganze Zeit im grünen Bereich.
Insgesamt war das ein schöner Lauf in der Abendluft, der mich über den nicht gelaufenen Marathon hinwegtröstete :)
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Weitere Runde in Köppern, etwas besser drauf
Gestern um die Mittagspause bin ich wieder gelaufen. Nichts Neues dabei, ich habe die gleiche, leicht veränderte Köpperner Strecke genommen, es war etwas regnerisch und naß. Ich hatte lange Laufsachen an und war ganz gut drauf.
Es lief ein bißchen besser als am Montag: die 8,1 Kilometer schaffte ich in 42:57 Minuten, was einem Tempo von 5:18 min/km entspricht, aber vor allem machte mir der Lauf nicht soviel zu schaffen. Ich hatte einen Durschnittspuls von 163 mit einem Maximum von 173; ich war hinterher völlig naßgeschwitzt und freute mich auf die warme Dusche, hatte aber keine Schmerzen.
Es lief ein bißchen besser als am Montag: die 8,1 Kilometer schaffte ich in 42:57 Minuten, was einem Tempo von 5:18 min/km entspricht, aber vor allem machte mir der Lauf nicht soviel zu schaffen. Ich hatte einen Durschnittspuls von 163 mit einem Maximum von 173; ich war hinterher völlig naßgeschwitzt und freute mich auf die warme Dusche, hatte aber keine Schmerzen.
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Köpern Mittag alleine regnerisch
Dienstag, 21. Oktober 2008
Eine neue Runde in Köppern
Gestern habe ich mich aufgerafft und bin wieder in der Mittagspause gelaufen. Es war wieder Herbstwetter, trocken und kühl, zudem hatte ich noch vom Stadtlauf etwas schwere Beine, es war also wirklich eine Überwindung, aber ich dachte, jetzt erst recht. Ich lief also die altbekannte Mittagspausenstrecke, die ich leicht abwandeln mußte, weil der Bauer mir durch Umpflügen mir den Weg abgeschnitten hat. Insgesamt bin ich 8,1 km in 46:27 Minuten gelaufen, also ein Schnitt von 5:43 min/km. Der Puls war ganz normal und ohne Überraschungen bei 153 mit einem Maximum von 170 - alles in Butter also, bloß muß ich schon sagen, daß es ziemlich anstrengend war.
Gewichtsmäßig bin ich ein bißchen zufriedener, ich scheine wieder bei 75 kg angekommen zu sein. Weniger essen, weniger Süßigkeiten vor allem, und natürlich das Laufen helfen wohl ganz gut dazu. Ein besonderer Lauf war das auch: damit habe ich die 1.200-km-Marke in deisem Jahr überschritten.
Gewichtsmäßig bin ich ein bißchen zufriedener, ich scheine wieder bei 75 kg angekommen zu sein. Weniger essen, weniger Süßigkeiten vor allem, und natürlich das Laufen helfen wohl ganz gut dazu. Ein besonderer Lauf war das auch: damit habe ich die 1.200-km-Marke in deisem Jahr überschritten.
Montag, 20. Oktober 2008
Oberurseler Stadtlauf - mit Ach und Krach
Am Samstag habe ich mich spontan für den Oberurseler Stadtlauf angemeldet, ein 10-km-Lauf, der diesmal zum 20. Mal stattgefunden hat. Ich wollte ohnehin 10 Kilometer oder länger laufen, und da nahm ich die Gelegenheit einfach wahr.
Ich war relativ schlecht vorbereitet, da ich zuvor wegen meiner Angina hatte pausieren müssen und danach nur noch zweimal gelaufen war. Ich hatte aber keine Zeitvorgabe, sondern wollte es wie in einem Trainingslauf angehen lassen. Er startete um 16:00 Uhr, Anmeldung war noch bis 15:30 möglich, um 15:15 habe ich meine Startnummer bekommen. Das Wetter war optimal, sonnig, aber kühl. Ich ließ meine Klamotten bei einer Bekannten, die direkt an der Laufstrecke wohnt und lief mit kurzer Hose und T-Shirt.
Das war eine eher überschaubare Veranstaltung. Schätzungsweise 250 bis 300 Teilnehmer, mehr waren da nicht, und wir wurden alle von der Brunnenkönigin persönlich begrüßt, eine Art Weinprinzessin, aber ohne Wein. Um Punkt 16:00 Uhr ging es los; es galt, die Strecke viermal zu laufen, wobei man nur einmal durch das Anfangsstück kam. Die Strecke führte durch die Oberurseler Altstadt, mitten durch die gleichzeitig stattfindende Kirmes; zum Teil war da Kopfsteinpflaster, und manche Steigung war ziemlich steil. Ich lief relativ zügig, aber nicht zu schnell, hielt mich an wechselnde Läufer, die aber alle zu schnell für mich waren, so daß ich sie nach und nach als Referenz austauschte.
Die erste Runde ging ganz prima, wobei mir die Steigung zu schaffen machte, aber auf dem Rückweg konnte ich wieder etwas Weg gut machen. Die zweite Runde war schon mühselig, da nutzte ich den Rückweg, um zu verschnaufen, und wurde kurz vor Vollendung der Runde vom ersten Läufer schon überrundet. Bei der dritten Runde merkte ich plötzlich, daß da etwas nicht stimmte, ich hatte plötzlich keine Kraft und spürte dieses seltsame metallische Gefühl am Halsansatz - genau, der Blick auf die Uhr bestätigte das: Vorhofflimmern! Mein Puls zeigte 214, also mußte ich zusehen, daß er wieder runter kam. Ich machte eine Gehpause, bis der Puls wieder bei 180 war, und lief dann weiter, denn ich kannte das Gefühl ja schon. Es ging dann relativ beschwerlich und weiter, der Puls war nicht ganz normalisiert, aber es war zu ertragen. Ich schaffte die dritte Runde, bei der vierten dann das gleiche Bild: an der steilsten Stelle ging mein Puls auf 212. Also wieder gehen, ein bißchen warten und weiterlaufen. Am Ende blieb aber noch Kraft für einen letzten Spurt, weil mich da jemand kurz vor dem Ziel noch überholen wollte. Nach 55:45 Minuten (eigene Messung) war ich dann durch und bekam von der Brunnenkönigin ein Finisher-T-Shirt und eine Medaille. Das T-Shirt ("Isch bin ein Orschinal" steht da drauf) gab es leider nur noch in Größe XL, die kleineren waren schon weg. Wahrscheinlich war der Gedanke der, daß kleinere, schmalere Läufer schneller da sind, und am Ende kommen nur noch die Brocken angelaufen. Kleinere, langsame Läufer waren da wohl im Nachteil :)
Meine Pulswerte waren nicht erfreulich: mit einem Durchschnitt von 180 und einem Maximum von 220 war das alles andere als normal. Natürlich hatte ich nicht solche Pulse, sondern Vorhofflimmern; ich schätze, ich bin bei einem Durchschnitt von 163 oder 164 gelaufen, das Maximum dürfte etwa 175 betragen haben - auch nicht wenig, aber natürlich nicht so hoch. Das Ganze war ein großer Rückschritt, denn einen solchen Anfall hatte ich schon seit langem nicht mehr gehabt, und ehrlich gesagt dachte ich nicht, daß das wieder kommen würde. So muß ich den Tatsachen ins Auge schauen: ich bin immer noch nicht ganz gesund. Und überfordern sollte ich mich auch nicht!
Ich war relativ schlecht vorbereitet, da ich zuvor wegen meiner Angina hatte pausieren müssen und danach nur noch zweimal gelaufen war. Ich hatte aber keine Zeitvorgabe, sondern wollte es wie in einem Trainingslauf angehen lassen. Er startete um 16:00 Uhr, Anmeldung war noch bis 15:30 möglich, um 15:15 habe ich meine Startnummer bekommen. Das Wetter war optimal, sonnig, aber kühl. Ich ließ meine Klamotten bei einer Bekannten, die direkt an der Laufstrecke wohnt und lief mit kurzer Hose und T-Shirt.
Das war eine eher überschaubare Veranstaltung. Schätzungsweise 250 bis 300 Teilnehmer, mehr waren da nicht, und wir wurden alle von der Brunnenkönigin persönlich begrüßt, eine Art Weinprinzessin, aber ohne Wein. Um Punkt 16:00 Uhr ging es los; es galt, die Strecke viermal zu laufen, wobei man nur einmal durch das Anfangsstück kam. Die Strecke führte durch die Oberurseler Altstadt, mitten durch die gleichzeitig stattfindende Kirmes; zum Teil war da Kopfsteinpflaster, und manche Steigung war ziemlich steil. Ich lief relativ zügig, aber nicht zu schnell, hielt mich an wechselnde Läufer, die aber alle zu schnell für mich waren, so daß ich sie nach und nach als Referenz austauschte.
Die erste Runde ging ganz prima, wobei mir die Steigung zu schaffen machte, aber auf dem Rückweg konnte ich wieder etwas Weg gut machen. Die zweite Runde war schon mühselig, da nutzte ich den Rückweg, um zu verschnaufen, und wurde kurz vor Vollendung der Runde vom ersten Läufer schon überrundet. Bei der dritten Runde merkte ich plötzlich, daß da etwas nicht stimmte, ich hatte plötzlich keine Kraft und spürte dieses seltsame metallische Gefühl am Halsansatz - genau, der Blick auf die Uhr bestätigte das: Vorhofflimmern! Mein Puls zeigte 214, also mußte ich zusehen, daß er wieder runter kam. Ich machte eine Gehpause, bis der Puls wieder bei 180 war, und lief dann weiter, denn ich kannte das Gefühl ja schon. Es ging dann relativ beschwerlich und weiter, der Puls war nicht ganz normalisiert, aber es war zu ertragen. Ich schaffte die dritte Runde, bei der vierten dann das gleiche Bild: an der steilsten Stelle ging mein Puls auf 212. Also wieder gehen, ein bißchen warten und weiterlaufen. Am Ende blieb aber noch Kraft für einen letzten Spurt, weil mich da jemand kurz vor dem Ziel noch überholen wollte. Nach 55:45 Minuten (eigene Messung) war ich dann durch und bekam von der Brunnenkönigin ein Finisher-T-Shirt und eine Medaille. Das T-Shirt ("Isch bin ein Orschinal" steht da drauf) gab es leider nur noch in Größe XL, die kleineren waren schon weg. Wahrscheinlich war der Gedanke der, daß kleinere, schmalere Läufer schneller da sind, und am Ende kommen nur noch die Brocken angelaufen. Kleinere, langsame Läufer waren da wohl im Nachteil :)
Meine Pulswerte waren nicht erfreulich: mit einem Durchschnitt von 180 und einem Maximum von 220 war das alles andere als normal. Natürlich hatte ich nicht solche Pulse, sondern Vorhofflimmern; ich schätze, ich bin bei einem Durchschnitt von 163 oder 164 gelaufen, das Maximum dürfte etwa 175 betragen haben - auch nicht wenig, aber natürlich nicht so hoch. Das Ganze war ein großer Rückschritt, denn einen solchen Anfall hatte ich schon seit langem nicht mehr gehabt, und ehrlich gesagt dachte ich nicht, daß das wieder kommen würde. So muß ich den Tatsachen ins Auge schauen: ich bin immer noch nicht ganz gesund. Und überfordern sollte ich mich auch nicht!
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Ich beiße nicht, ich will nur spielen
Heute Mittag war ich wieder laufen, nach einem Tag Pause. Ich spürte leicht die Beine, vor allem die Oberschenkel, aber es ging relativ gut. Es war Nieselwetter und etwas kühler, so um die 14 Grad, aber ich hatte meine langen Klamotten an.
Es lief ganz gut. Der Herbst ist noch ein Stückchen weiter vorangeschritten, und weite Teile der Strecke (übrigens wieder die Standard-7,8-km-Strecke) waren unter einem dichten Blätterteppich versteckt. Der Bauer hat mir einen bösen Streich gespielt und an einer Stelle frech meinen Weg mit umgepflügt, so daß ich mich mühsam durch den Acker quälen mußte - unschön für die Oberschenkel, unschön für den Knöchel, der das ausgleichen mußte.
Mitten im Wald kam mir eine Gruppe Wanderer entgegen. Eine von ihnen lief mit dem Blick konzentriert auf den Boden gerichtet, wohl in Gedanken oder aus Anstrengung. Alle anderen machten brav Platz, aber sie sah mich nicht; ich lief einfach weiter geradeaus in der Hoffnung, daß sie mich schon sehen würde, aber der Abstand wurde zusehends kleiner. Irgendwann hob sie den Blick und sah mich, und da erschrak sie und machte einen Satz zur Seite. Ich war etwas perplex, aber rief noch im Laufen: Ich tu nichts, ich will nur spielen!
Der Lauf war richtig befriedigend. Ich kam nach 42:20 Minuten an, d.h. mit einem Schnitt von 5:24 min/km. Der Puls war entsprechend etwas höher, aber nicht zu hoch: 166 im Durchschnitt mit einem Maximum von 178, der bei der Steigung gegen Ende der Strecke erreicht wurde. Danach war ich ganz schön fertig und reif für eine warme Dusche.
Es lief ganz gut. Der Herbst ist noch ein Stückchen weiter vorangeschritten, und weite Teile der Strecke (übrigens wieder die Standard-7,8-km-Strecke) waren unter einem dichten Blätterteppich versteckt. Der Bauer hat mir einen bösen Streich gespielt und an einer Stelle frech meinen Weg mit umgepflügt, so daß ich mich mühsam durch den Acker quälen mußte - unschön für die Oberschenkel, unschön für den Knöchel, der das ausgleichen mußte.
Mitten im Wald kam mir eine Gruppe Wanderer entgegen. Eine von ihnen lief mit dem Blick konzentriert auf den Boden gerichtet, wohl in Gedanken oder aus Anstrengung. Alle anderen machten brav Platz, aber sie sah mich nicht; ich lief einfach weiter geradeaus in der Hoffnung, daß sie mich schon sehen würde, aber der Abstand wurde zusehends kleiner. Irgendwann hob sie den Blick und sah mich, und da erschrak sie und machte einen Satz zur Seite. Ich war etwas perplex, aber rief noch im Laufen: Ich tu nichts, ich will nur spielen!
Der Lauf war richtig befriedigend. Ich kam nach 42:20 Minuten an, d.h. mit einem Schnitt von 5:24 min/km. Der Puls war entsprechend etwas höher, aber nicht zu hoch: 166 im Durchschnitt mit einem Maximum von 178, der bei der Steigung gegen Ende der Strecke erreicht wurde. Danach war ich ganz schön fertig und reif für eine warme Dusche.
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