Von der Herzoperation Silvester 2005 zum Marathon Oktober 2007

Montag, 20. Oktober 2008

Oberurseler Stadtlauf - mit Ach und Krach

Am Samstag habe ich mich spontan für den Oberurseler Stadtlauf angemeldet, ein 10-km-Lauf, der diesmal zum 20. Mal stattgefunden hat. Ich wollte ohnehin 10 Kilometer oder länger laufen, und da nahm ich die Gelegenheit einfach wahr.

Ich war relativ schlecht vorbereitet, da ich zuvor wegen meiner Angina hatte pausieren müssen und danach nur noch zweimal gelaufen war. Ich hatte aber keine Zeitvorgabe, sondern wollte es wie in einem Trainingslauf angehen lassen. Er startete um 16:00 Uhr, Anmeldung war noch bis 15:30 möglich, um 15:15 habe ich meine Startnummer bekommen. Das Wetter war optimal, sonnig, aber kühl. Ich ließ meine Klamotten bei einer Bekannten, die direkt an der Laufstrecke wohnt und lief mit kurzer Hose und T-Shirt.

Das war eine eher überschaubare Veranstaltung. Schätzungsweise 250 bis 300 Teilnehmer, mehr waren da nicht, und wir wurden alle von der Brunnenkönigin persönlich begrüßt, eine Art Weinprinzessin, aber ohne Wein. Um Punkt 16:00 Uhr ging es los; es galt, die Strecke viermal zu laufen, wobei man nur einmal durch das Anfangsstück kam. Die Strecke führte durch die Oberurseler Altstadt, mitten durch die gleichzeitig stattfindende Kirmes; zum Teil war da Kopfsteinpflaster, und manche Steigung war ziemlich steil. Ich lief relativ zügig, aber nicht zu schnell, hielt mich an wechselnde Läufer, die aber alle zu schnell für mich waren, so daß ich sie nach und nach als Referenz austauschte.

Die erste Runde ging ganz prima, wobei mir die Steigung zu schaffen machte, aber auf dem Rückweg konnte ich wieder etwas Weg gut machen. Die zweite Runde war schon mühselig, da nutzte ich den Rückweg, um zu verschnaufen, und wurde kurz vor Vollendung der Runde vom ersten Läufer schon überrundet. Bei der dritten Runde merkte ich plötzlich, daß da etwas nicht stimmte, ich hatte plötzlich keine Kraft und spürte dieses seltsame metallische Gefühl am Halsansatz - genau, der Blick auf die Uhr bestätigte das: Vorhofflimmern! Mein Puls zeigte 214, also mußte ich zusehen, daß er wieder runter kam. Ich machte eine Gehpause, bis der Puls wieder bei 180 war, und lief dann weiter, denn ich kannte das Gefühl ja schon. Es ging dann relativ beschwerlich und weiter, der Puls war nicht ganz normalisiert, aber es war zu ertragen. Ich schaffte die dritte Runde, bei der vierten dann das gleiche Bild: an der steilsten Stelle ging mein Puls auf 212. Also wieder gehen, ein bißchen warten und weiterlaufen. Am Ende blieb aber noch Kraft für einen letzten Spurt, weil mich da jemand kurz vor dem Ziel noch überholen wollte. Nach 55:45 Minuten (eigene Messung) war ich dann durch und bekam von der Brunnenkönigin ein Finisher-T-Shirt und eine Medaille. Das T-Shirt ("Isch bin ein Orschinal" steht da drauf) gab es leider nur noch in Größe XL, die kleineren waren schon weg. Wahrscheinlich war der Gedanke der, daß kleinere, schmalere Läufer schneller da sind, und am Ende kommen nur noch die Brocken angelaufen. Kleinere, langsame Läufer waren da wohl im Nachteil :)

Meine Pulswerte waren nicht erfreulich: mit einem Durchschnitt von 180 und einem Maximum von 220 war das alles andere als normal. Natürlich hatte ich nicht solche Pulse, sondern Vorhofflimmern; ich schätze, ich bin bei einem Durchschnitt von 163 oder 164 gelaufen, das Maximum dürfte etwa 175 betragen haben - auch nicht wenig, aber natürlich nicht so hoch. Das Ganze war ein großer Rückschritt, denn einen solchen Anfall hatte ich schon seit langem nicht mehr gehabt, und ehrlich gesagt dachte ich nicht, daß das wieder kommen würde. So muß ich den Tatsachen ins Auge schauen: ich bin immer noch nicht ganz gesund. Und überfordern sollte ich mich auch nicht!

Kommentare:

Anja Ridlberg hat gesagt…

Ey, den Tatsachen ins Auge sehen ist meistens sehr unangenehm. So ein Mist. Dafür aber 55.xx laufen, ist natürlich wieder ein Hammer (aus meiner Sicht). Und das Orschinal-Schört taucht ja vielleicht was als "Nachthemd".

Die Besserungswünsche kommen aus vollem Herzen.

Pienznaeschen hat gesagt…

Och mönsch das ist doch gemein!!! Trotzdem mag ich Dir gratulieren zu dem Lauf und der Zeit trotz Pausen - wie Anja schon schrieb: wieder ein Hammer!
Genau und auch wenn es schwer fällt, überfordere Dich nicht, lass es ein wenig ruhiger angehen und meine Daumen sind Dir arg sicher, alles alles Gute!

José hat gesagt…

@Anja: Ich weiß, wie er gemeint ist, trotzdem mußte ich über Deinen ersten Satz laut lachen :)

Danke Euch beiden. @Pinznäschen, vielleicht sehen wir uns auf dem Silvesterlauf. Wenn ich so weitermache, laufe ich Dir dann hinterher :)

Pienznaeschen hat gesagt…

Hahaha, dann kann ich nur müde grinsen - wir werden sehe wer wem hinterherläuft (wobei ich mir heute schon absolut sicher bin das ich die zweite sein werde - wetten?;)