Von der Herzoperation Silvester 2005 zum Marathon Oktober 2007

Montag, 3. Oktober 2011

Köln: Mein dritter Marathon

Da war er also, der große Tag. Ich bin gestern meinen dritten Marathon in Köln gelaufen. Ich bin schon am Samstag angereist, meine Freundin Nicola kam extra dazu, um mich anzufeuern und Support auf der Strecke zu geben - vielen, vielen Dank dafür! Wir trafen auch etliche Läufer aus dem Twitterlauftreff, das sich zu einer recht aktiven und austauschfreudigen Gruppe entwickelt hat. Die meisten habe ich erst in Köln kennengelernt, wobei ich ein paar schon lange aus Twitter bzw. Blogs "kannte", andere mir überhaupt nicht bekannt waren. Heiko Bartlog wollte vor seinem Marathonlauf am 30.10. in Frankfurt noch den Kölner in lockerem Tempo als Trainingslauf angehen und bot sich an, mich zu begleiten - was ich sehr gern annahm! Das Gleiche tat übrigens Martin fürs Monsterliesel Eva, die in Köln ihren ersten Marathon laufen wollte. Ich habe mich sehr gefreut, Martin wieder zu sehen, wir waren zusammen in Mainz gelaufen - nun ja, zusammen, er kam sagen wir mal nur unwesentlich vor mir an :)

Ich war sehr verunsichert nach dem Kardiologengespräch und wollte mir bis zur letzten Stunde vorbehalten, doch nicht zu starten. Innerlich war ich zwar entschlossen, aber ich hatte einen ziemlichen Bammel und wußte nicht, ob ich nicht doch einen Riesenfehler machte. Zuletzt ließ ich mich von der Vorfreude der Mitlaufenden begeistern, und meine Stimmung wurde besser. Ich war ja gut vorbereitet, hatte Carboloading bis zum Exzeß betrieben und war überhaupt gut drauf. Lediglich die Hitze machte mir Sorgen, denn schon am Samstag war es ohne Laufen ganz schön drückend.

Am Morgen trafen wir uns vor dem Lauf am Tanzbrunnen unweit des Startbereichs. Eine muntere Truppe, wie man sieht:

Der #twitterlauftreff: @Schliefkowitz, @bartlog, meine Wenigkeit, @pixxelschubser, @Monsterliesel, @Laufmeister, Martin und @Zickline
Andere Mitläufer konnten nicht zum Treffpunkt kommen, so etwa @Nordwork, @BloodySocks1982, @hr_markus, @Vizekoenigin, @blabbermaul... und wenn ich hier jemanden vergesse: es sei mir verziehen :)

Wir liefen langsam Richtung Startbereich, wobei wir uns verstreuten, denn jeder hatte einen Startblock zugewiesen bekommen, der nach sich nach einer nachweisbaren Marathonzeit richtete, bzw. für die Ersttäter einen weiteren. Es war sehr voll, und schon im Gedränge vor dem Start konnte man erahnen, daß es sehr heiß werden würde. Ich hatte einen Trinkrucksack mit, aber der Kopf brannte shon trotz meiner Mütze. Ich nahm mir vor, beim ersten Verpflegungsstand mir Wasser über den Kopf zu schütten, und das hielt ich dann so an nahezu jedem Stand. Das habe ich auch gebraucht.

Als es endlich losging, war es ein unangenehmes Gedränge. Ich hatte viel Mühe, mein Tempo zu halten, weil ständig Leute vor mir waren, die keine oder nur kleine Lücken freiließen, so daß ich einen ziemlichen Slalomlauf hinlegen mußte. Das Tempo, das muß ich gleich einräumen, war eindeutig zu hoch gewählt, und der Slalom forderte mir einiges an Kraft ab. Die ersten 10 Kilometer schafften wir in 53:25 Minuten, und bis dahin hatten wir recht viel Schatten gehabt, so daß es sich gut anfühlte. Danach kam schon mehr Sonne, die Hitze machte sich bemerkbar, und wir kamen bei der Halbmarathonmarke bei 1:55:42 vorbei. Es lief noch ganz gut, aber erstens war ich schon langsamer geworden und zweitens merkte ich, daß ich nicht würde beschleunigen können.
Bei km 19 sah ich noch recht frisch aus
Mittlerweile war die Hitze ein ernsthaftes Problem, ich trank nicht nur aus meinem Rucksack, sondern auch an den Verpflegungsstellen, und ich kippte mir immer gleich mehrere Becker über Kopf und Brust. Dabei merkte ich, daß das nicht nur gut tat, die plötzliche Kälte brachte ein unangenehmes Ziehen in der Brust mit sich - das war nicht allzu schlimm, aber doch ein Alarmzeichen. Ich wurde langsamer, und als ich etwa bei km 27 auf die Uhr schaute, zeigte sie mir ein Tempo von 5:57 min/km. Deutlich zu langsam, und doch deutlich spürbar, daß ich nicht schneller laufen sollte, wenn ich noch ankommen wollte. Ich hatte bei km 21 ein Gel zu mir genommen, was mich Kraft gekostet hatte, weil ich dazu den Rucksack abbnehmen mußte (ich kam ums Verrecken nicht an die Tasche mit meinen kurzen Armen). Heiko bot mir beim nächsten Gel Hilfe an, und das war sehr viel besser - ich lief einfach, und plötzlich hatte ich mein Gel in der Hand. Besseren Support gibt es nicht!

Mein Gehirn hatte wohl schon wenig Sauerstoff, denn Heiko mußte mir die Dinge ein paarmal sagen, bevor ich sie verstand. Mittlerweile war ich nur noch mit meinem Körper beschäftigt: mein Magen beschwerte sich wohl gegen die Gels, die halbe Banane, die ich unterwegs gegessen hatte, das viele kalte Wasser, das etwas eklige warme aus meinem Trinkrucksack. Mein Ziehen in der Brust wurde jedesmal deutlicher, wenn ich das Tempo anzog, so daß ich es gar nicht mehr versuchte. Dazu kam eine Blase, die ich wohl wegen des vielen Wassers im kleinen Zeh bekam (ich ließ mich gern vollspritzen, sobald sich eine Gelegenheit dazu ergab). Vielen Dank an Heiko wieder, der mich noch fragte, ob er mich treten oder langsam weiterlaufen lassen sollte. Ich entschied mich für letzteres (ich konnte gar nicht anders!) So betrachtet sah ich bei km 31 gar nich so schlecht aus, als mich Heiko fotografierte (und gleich live twitterte!).

Live-Berichterstattung vom Feinsten: @bartlog hatte zwar Mühe beim Eintippen, aber er lud das Bild hoch!
 Kurz danach bekam ich einen Krampf im rechten Oberschenkel. Etwas Dehnen, etwas gehen, kurz noch überlegt, auszusteigen, aber ich lief dann doch weiter. Dazu kam, daß ich mir durchs viele Schwitzen ein paar Wölfe gelaufen hatte.

Die letzten 7 Kilometer wollte Heiko wie abgemacht beschleunigen, wir verabschiedeten uns kurz, und er marschierte los. Ich lief in dem Tempo weiter, bekam wieder Krämpfe, legte mehrere Gehpausen ein, aber es war noch nicht so, daß ich aufgeben mußte. Bei Kilometer 38 lief Nicola ein paar Meter neben mir und fragte mich recht besorgt, wie es mir ging, da muß ich wohl nicht besonders gut ausgesehen haben:

Hier werde ich gefragt, ob ich noch laufen will. Ich wollte!
 Danach kam eine kurze Teilstrecke durch die Innenstadt, bei der ich die Organisatoren verflucht habe: unregelmäßiger Kopfsteinpflaster auf den letzten Kilometern! Andere sahen es offenbar genauso, denn sie wichen auf den Bürgersteig aus, soweit möglich. Irgendwann kam ich bei km 40, dann 41, kurz vor der Brücke. Hier war die Stimmung ganz verhalten, jeder lief verbissen für sich, ich mußte bei der Steigung sogar gehen. Aber oben auf der Brücke wehte ein bißchen frischer Wind, und ich konnte wieder Gas geben. Am unteren Brückenfuß war eine Markierung auf dem Boden: nur noch 500 Meter. Ich beschleunigte ein bißchen, konnte eine Läuferin überholen (eine Staffelläuferin! Das mochte mein Ego doch sehr), dann noch ein paar andere. 400 Meter, 300 Meter, 200... die letzten hundert Meter waren hart, aber dann, ja, da war sie, die rettende Matte! Ich passierte sie bei 4:12:01 und war überglücklich, es geschafft zu haben. Trotz allem kann ich zufrieden sein, denn das ist doch eine Verbesserung gegenüber dem Mainzer Marathon um fast 12 Minuten und damit neue PB.

Ein glücklicher Finisher. Glücklich vor allem darüber, daß es vorbei war :)

Die Analyse ist klar: für die Hitze konnte ich nichts, für das zu schnelle Anfangstempo schon. Ich habe mich eindeutig überschätzt. Aller Euphorie zum Trotz darf ich mich nicht überfordern und mein Leistungsvermögen realistischer einschätzen. Die Aufzeichnung durch den Forerunner zeigt auch klar, wie ich die  Einbrüche hatte. Zusätzlich hatte ich versuchsweise eine Liveübertragung mit Endomondo gestartet, aber die Handybatterie hielt nur bis etwa zur Hälfte.

Nach einer erholsamen Nacht mit tiefem Schlaf und einem schönen, genauso erholsamen Tag mit Herumlungern am Main bin ich ziemlich gut wiederhergestellt. Alles in allem tut mir nichts weh, wenn ich den erlaufenen Wolf ausklammere. Wenn ich den nächsten Marathon ein bißchen cleverer angehe, werde ich das Glück auch während des Laufs erleben dürfen!


Eine Anmerkung: die Fotos hier habe ich schamlos von den jeweiligen Fotografen geklaut. Bitte um einen kleinen Hinweis, wenn jemand was dagegen hat, dann nehme ich sie sofort wieder offline!

Kommentare:

Dres hat gesagt…

Toller Bericht! Macht Spass zu lesen und mal selbst einen zu laufen :)

Dres

Hannes hat gesagt…

... und wie du zu kämpfen hattest.

Dennoch Glückwunsch zu dem Erfolg - denn zur deutlichen Bestzeit hat es ja noch gereicht. Bei dem Wetter muss man am Ende auf der Strecke erst einmal Kämpferherz zeigen. Glückwunsch!

Blumenmond hat gesagt…

Puhuhuuu... Mit dem Ziehen in der Brust bekomme ich als Leser ja schon Angst aber Du hast ja richtig gehandelt. Glückwunsch an Dich und die neue Bestzeit.

visselrunner hat gesagt…

Da stimme ich zu, ein wirklich toller Bericht! Super wie du durchgehalten hast, ich weiß wie weh Blasen und Wölfe tun! Und Hitze ist seit Hamburg 2011 auch kein Fremdwort mehr für mich.
Deine Klasse Beschreibung von Heikos Unterstützung während des Laufes hat es doch tatsächlich geschafft, das ich es mittlerweile bereue, sein Angebot dasselbe für mich zu tun, nicht angenommen zu haben.
Liebe Grüße und vielleicht sehen wir uns ja mal bei irgendeinem Lauf.
Sven alias visselrunner

Sinusläufer hat gesagt…

Erstmal Gratulation zur neuen PB und zum erfolgreichem Lauf. So wie du schreibst klingt das aber nicht so als wenn dich das im nachhinein noch sonderlich ärgert nicht den perfekten Lauf gehabt zu haben. Jeder Lauf macht dich um eine Erfahrung reicher so auch dieser.

Bei dem anderen Thema war es richtig zu starten. Das gibt dir das Selbstvertrauen deinem Körper gegenüber. Gerade deswegen hast du meinen allergrößten Respekt.

Gerd hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zum Finish und zur neuen Bestzeit. Bei den Temperaturen keine Selbstverständlichkeit!
Großes Kämpferherz!
Erhole Dich gut!

Silke hat gesagt…

Auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zum erfolgreich absolvierten Marathon. Obwohl ich immer noch nicht weiß, ob ich bestürzt oder begeistert sein soll über Deinen Entschluss den Marathon zu laufen. Erst mal freu Dich über den Erfolg und bitte überleg Dir, ob Du diese Art von Bestätigung zukünftig brauchst. Das Leben ist nämlich sehr kostbar! Viele Grüße, Silke

Tholean hat gesagt…

Danke für den eindrucksvollen Bericht und Gratulation zur PB. Hast wohl alles richtig gemacht! Auch wenns nicht ganz so gelaufen ist wie geplant. Ist halt ein Marathon, da passiert sowas :-)
Weiterhin gute Regeneration!
Thomas (Tholean)

Eva hat gesagt…

Jose, erstmal war es schön, Dich in echt gesehen zu haben, wenn auch nur kurz, aber Du darfst freiweg behaupten, daß mir das Herz bis zur Brust schlug (Vormarathonnervosität). ;-)
Dann finde ich es super, daß Dein Körpergefühl Dich nicht getrogen hat und Du das Ding gesund und munter nach Hause gebracht hast und des Weiteren herzlichen Glückwunsch zu der tollen Bestzeit! Wie bereits geschrieben: die sub 4 wird auch noch fallen. Und last but not least, erkenne ich einiges von Deinem Lauf in meinem wieder: die Magenprobleme, der durch endomondo leer Handyakku und wir sind jetzt Köln-Finisher! Yeah! :-D

José hat gesagt…

Vielen Dank für Eure Kommentare!

Äh, @Dres, bist Du irgendwie masochistisch veranlagt? Wenn mein Bericht Dich zum Laufen animiert :)

@Hannes, ich sehe das genauso. Gute Miene zum schlechten Spiel :)

@Blumenmond Wirklich, ich habe schon sehr gut hingehört. Es war nicht toll, aber auch nicht bedrohlich!

@visselrunner: Eindeutig ein Fehler, Heiko war echt eine Bereicherung. Ich würde es wieder machen.

@Sinusläufer: Du hast Recht, ich bin mit dem Lauf ehrlich zufrieden. Ich weiß, was ich falsch gemacht habe, und kann daraus lernen. Und trotz aler Widrigkeiten war das ein ganz großer Spaß...

Danke, @Gerd, Ich freue mich auch sehr!

@Silke Hmmm, ich bin ncht sicher, welche Silke hier schreibt... Hast Du Dich nicht für den Frankfurt-Marathon eingetragen? Wenn ja, verstehe ich nicht ganz, daß Du mich nicht verstehst... :)

@Tholean Dankeschön! Aber nö, ich habe eben nicht alles richtig gemacht. Das eine oder andere ist durchaus noch ausbaufähig.

José hat gesagt…

Oh, und @Eva hat mir auch einen Kommentar hinterlassen! Vielen Dank. Ich gratuliere Dir zum Finish, und ich glaube, ich liege richtig, wenn ich sage, Dein Lauf war um einiges härter als meiner. Sechs Stunden bei der Hitze! Respekt für die Leistung, Marathoni!

Grit_87 hat gesagt…

Super Bericht! Noch besserer Lauf! Herzlichen Glückwunsch für deine großartige Leistung und deinen Kampfgeist. Bestzeit bei diesen Bedingungen ist hervorragend und bewundernswert. Glückwunsch & gute Erholung :o)

bartlog hat gesagt…

Hat mir Freude gemacht, Dich Kämpferherz begleiten zu können! Cheers/ Heiko

Bempi hat gesagt…

„Wenn ich den nächsten Marathon ein bißchen cleverer angehe…“

Wenn du den nächsten Marathon ein bisschen cleverer angehst, wirst du ihn nicht laufen. Wenn du jedes Mal den Arzt wechselst, wenn er dir sagt, dass du nicht laufen sollst, werden dir bald die Kardiologen ausgehen. Deine Herzkrankheit bleibt eine Krankheit und sie wird durch Hochleistungssport nicht besser. Du solltest dich auf gemütliche Fitness-Läufe beschränken. Dafür gibt es viele Gründe, nur einige wenige davon:

1. Die Verengung deiner Pulmonalklappe stört den normalen Blutfluss. Durch den gestörten Blutfluss kann das Blut zur Schaumbildung neigen und dies kann wiederum zur Bildung von Gerinnseln führen. Diese können zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Und wenn sich ein Gerinnsel einmal gebildet hat, bildet es sich schwer zurück. Es kann ein Leben lang als potenzielle Bedrohung im Kreislauf zirkulieren. Der veränderte Blutfluss an operierten Klappen ist einer der Gründe für die Verschreibung von Blutverdünnern. Macht es denn überhaupt einen Sinn, Blutverdünner zu nehmen und zeitgleich durch extreme Belastung die Bildung von Gerinnseln zu fördern?
2. Die Trikuspidalklappeninsuffizienz ist ein Zustand, der sich durch Belastung nicht - im Sinne eines Trainings - verbessert. Besteht einmal ein Rückfluss des Blutes an einer Herzklappe, so ist die Tendenz derselben, sich immer weiter rückwärts zu öffnen. Extreme Belastung kann dies nur verstärken, nie verbessern (wie bereits geschehen).
3. Das Zusammenspiel zwischen der Verengung an der Pulmonalklappe und der Insuffizienz der Trikuspidalklappe ist garantiert kein positives. Die Veränderung des Blutes mit Neigung zur Gerinnselbildung wird hierdurch wahrscheinlich verstärkt.
4. Hochleistungssport impliziert eine Verstärkung oxidativer Prozesse. Kalkablagerungen können die Folge sein. Dies kann deine schon verengte Pulmonalklappe nicht gebrauchen.

Du wirst aber – hoffentlich - lange leben. Macht es denn überhaupt einen Sinn, das Entstehen schwerwiegender kardiologischer Komplikationen über Jahre hinweg zu fördern? Nein. Sport ist ein schönes Gefühl, aber Hochleistungssport gibt dir nur kurzfristig Glücksgefühle und langfristig die Perspektive auf schwerwiegende Störungen des Kreislaufsystems. Das lohnt sich nicht.

Und solltest du meine Ausführungen für unwichtig halten, so ist mir dies egal. Aber höre zumindest auf die zwei Kardiologen, die dir von Marathonläufen abgeraten haben. Neben der Gefahr eines Zusammenbruchs während des Laufes gibt es da noch die langfristigen Folgen. Sie sprechen ihre Empfehlungen nicht aus „Haftungsängsten“ aus – sie wollen deine Gesundheit erhalten, was sonst.

Dein Bruder

calceola hat gesagt…

was soll ich sagen, gut gemacht und neue PB klingt sehr gut.

Wobei mich der Kommentar von Bempi doch etwas nachdenklich gemacht hat. Wünsche Dir viele lange Läufe, ob beim Marathon oder am Main lang soll dabei erst einmal egal sein.

José hat gesagt…

@Bempi: Nein, ich finde Deinen Einwand keineswegs unwichtig, und ich nehme ihn sehr ernst. Einiges davon habe ich mir selbst schon durch den Kopf gehen lassen.

Der Satz mit dem Kardiologenwechsel ist witzig, geht aber am Kern der Sache vorbei. Mein langjähriger Kardiologe hat mir zum Laufen geraten, soger zum Marathonlaufen, und das auch schriftlich. Er ging letztes Jahr in Rente, und sein Nachfolger sieht das völlig anders. Allerdings hat der Neue meinen heutigen Gesundheitszustand so eingeschätzt, daß ich mich mehr oder weniger dringend würde operieren lassen müssen. Das ist offensichtlich falsch, und da widerstrebt es mir, den aus dieser Diagnose gefolgerten Rat bezüglich des Laufens zu beherzigen. Daher der Besuch in der Uniklinik, und der untersuchende Arzt dort hat mich auch zum Laufen ermuntert. Sein Vorgesetzter hat sich dazu erst mal nicht äußern wollen und mir zur Katheteruntersuchung geraten. Der Kardiologe aus Bad Homburg, bei dem ich nach einer alternativen Untersuchungsmethode zur Vermeidung des Katheters nachgefragt habe, hat mir ebenfalls zur Untersuchung geraten; seine ablehnende Haltung dem Marathon gegenüber hing mehr mit seiner grundsätzlichen Einstellung als mit meinem Zustand zusammen. Hätte er so argumentiert wie Du, mit Fakten und Tatsachen, hätte ich nicht eine Minute gezweifelt.

Jedenfalls werde ich die Katheteruntersuchung machen lassen und dann sehen, wo ich dran bin. Den daraus folgenden Rat, fundiert und mit Fakten untermauert, werde ich annehmen, versprochen! Die Untersuchung ist am 14.10.

José hat gesagt…

Oh, vielen Dank an Heiko, Grit und calceola für Eure Kommentare!

Pienznaeschen hat gesagt…

Yeah, ich habe die Luft angehalten als ich die Artikel vor dem Marathon las und meine Fingerchen still über den Tasten liegen lassen ...

Richtig gemacht und verdammt nochmal YAEH Du hast alles richtig gemacht, richtig gehandelt und eine neue PB :)
Herzlichen Glückwunsch!

Martin hat gesagt…

Jetzt aber noch ich :-)!
Also du hast doch alles richtig gemacht. Hast auf dich selbst gehört und hast das Ding durchgezogen. Alleine schon die Wärme hat einigen doch schwer zu schaffen gemacht, ich habe schon bei km 20 Läufer im Besenwagen gesehen. Desshalb: Wunschzeit knapp verfehlt, aber bei den Bedingungungen war das auch nur schwer zu schaffen !Und weiter geht´s ! Sehen wir uns in Frankfurt ?

José hat gesagt…

Danke Martin! Ja, ganz bestimmt sehen wir uns in Frankfurt. Da laufe ich die Staffel mit (wenn ich denn laufe, die Einschränkung muß ich jetzt anbringen). Am Freitag ist erst mal die Uniklinik angesagt.

Martin hat gesagt…

Super, ich freu mich. Evtl. werde ich schon einen Tag früher anreisen, wird ja wohl ein tolles Bloggertreffen stattfinden. :-)