Von der Herzoperation Silvester 2005 zum Marathon Oktober 2007

Sonntag, 4. November 2007

Zwischenbilanz

Mittlerweile sind etwa anderthalb Jahre seit dem Start dieses Blogs und meiner Laufaktivitäten vergangen. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Was wollte ich erreichen, was habe ich erreicht?

Ich wollte einen Weg finden aus dem Tief, in dem ich mich damals befand, und suchte ihn im Laufen - aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung. Ich habe mir gezeigt:

Es ist möglich, mit einer ausgetauschten Herzklappe Sport zu treiben (genaugenommen mit zwei). Es ist sogar möglich, einen Marathon zu laufen, also ernstzunehmenden Sport zu treiben.

Es ist möglich, sich in anderthalb Jahren von Null auf Marathon in Form zu bringen. Das geht auch neben Familie und Beruf. Wer das nicht auf die Reihe zu bringen glaubt, der hat es vielleicht nicht konsequent genug durchgezogen.

Es ist auch möglich, mit einer Knöchelarthrose zu laufen; es gibt Rückschläge und Schwierigkeiten, aber wenn man behutsam vorgeht, kann man es schaffen.

Es ist möglich, sein Gewicht zu reduzieren, und das, obwohl man verfressen und genußsüchtig ist :)

Es ist möglich, ein zunächst als unvermeidlich eingestuftes Vorhofflimmern soweit zurückzudrängen, daß es im täglichen Leben kaum mehr ins Gewicht fällt; ob es durchs Laufen, trotz des Laufens oder unabhängig davon so gekommen ist, sei erstmal dahingestellt. Was ich noch nicht hingekriegt habe, vielleicht aber noch kommen wird, ist die völlige Unabhängigkeit von meinen Medikamenten - momentan muß ich für diesen Zustand immer noch täglich 8 Tabletten schlucken.

Was kommt als Nächstes? Naja, ich werde noch einen Marathon in Angriff nehmen, und zwar, wie mein Kollege Akki das schön ausgedrückt hat, in einer "Männerzeit". Für Mainz im Mai 2008 bin ich schon angemeldet, aber vielleicht gibt es noch eine weitere Möglichkeit dazwischen.

Kommentare:

Anja Ridlberg hat gesagt…

Ich meine, Du kannst mächtig stolz auf Dich sein. Biste wahrscheinlich auch. Alles Gute weiterhin!

José hat gesagt…

Stolz? Irgendwie schon, und irgendwie nicht. Aber jetzt, nach erreichtem Ziel, falle ich ein bißchen in ein Loch.

Ich glaube, es war schon sehr wichtig, mir den Marathon als konkretes Ziel gesetzt zu haben. Jetzt suche ich mir ein neues.

Kathrin hat gesagt…

Ich gratuliere Dir zu Deiner Entwicklung, vor allem aber dazu, damals den Schritt in die richtige Richtung getan zu haben.

Weiterhin alles Gute!

José hat gesagt…

Danke Kathrin! Ein solcher Kommentar von Dir freut mich besonders, ich glaube, Deine Beharrlichkeit ist mindestens genauso groß :)

Ronald Knecht hat gesagt…

Das ist beeindruckend zu sehen, wie Du Dich selbst motiviert hast und gegen die vorhergesagten Folgen Deiner Herz-OP gekämpft hast! Kann das gut nachvollziehen, auch wenn meine OP nicht ganz so kritisch für mein Leben war, aber genauso weitreichend (falls ich mich nicht dagegen gewehrt hätte).

Bleib dabei, sonst fällst Du vielleicht wirklich noch in ein Loch. Setz Dir neue Ziele, bleib am Ball.

Vielleicht schau ich dann mal zu, wenn Du Deinen ersten Marathon unter 3:00 läufst... ;-)

Scarlett O'Hasi hat gesagt…

Ich finde das auch sehr beeindruckend, was du geschafft hast, aller Widrigkeiten zum Trotz.
Und dass du jetzt ein bisschen in ein Loch fällst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Schließlich hast du dich monatelang auf diesen Marathon vorbereitet, und dann ist er auf einmal vorbei.
Mir geht das immer ein bisschen ähnlich.
Deswegen laufe ich dann einfach immer noch einen neuen Marathon dazu, einfach so ;-)