Von der Herzoperation Silvester 2005 zum Marathon Oktober 2007

Montag, 3. Oktober 2011

Köln: Mein dritter Marathon

Da war er also, der große Tag. Ich bin gestern meinen dritten Marathon in Köln gelaufen. Ich bin schon am Samstag angereist, meine Freundin Nicola kam extra dazu, um mich anzufeuern und Support auf der Strecke zu geben - vielen, vielen Dank dafür! Wir trafen auch etliche Läufer aus dem Twitterlauftreff, das sich zu einer recht aktiven und austauschfreudigen Gruppe entwickelt hat. Die meisten habe ich erst in Köln kennengelernt, wobei ich ein paar schon lange aus Twitter bzw. Blogs "kannte", andere mir überhaupt nicht bekannt waren. Heiko Bartlog wollte vor seinem Marathonlauf am 30.10. in Frankfurt noch den Kölner in lockerem Tempo als Trainingslauf angehen und bot sich an, mich zu begleiten - was ich sehr gern annahm! Das Gleiche tat übrigens Martin fürs Monsterliesel Eva, die in Köln ihren ersten Marathon laufen wollte. Ich habe mich sehr gefreut, Martin wieder zu sehen, wir waren zusammen in Mainz gelaufen - nun ja, zusammen, er kam sagen wir mal nur unwesentlich vor mir an :)

Ich war sehr verunsichert nach dem Kardiologengespräch und wollte mir bis zur letzten Stunde vorbehalten, doch nicht zu starten. Innerlich war ich zwar entschlossen, aber ich hatte einen ziemlichen Bammel und wußte nicht, ob ich nicht doch einen Riesenfehler machte. Zuletzt ließ ich mich von der Vorfreude der Mitlaufenden begeistern, und meine Stimmung wurde besser. Ich war ja gut vorbereitet, hatte Carboloading bis zum Exzeß betrieben und war überhaupt gut drauf. Lediglich die Hitze machte mir Sorgen, denn schon am Samstag war es ohne Laufen ganz schön drückend.

Am Morgen trafen wir uns vor dem Lauf am Tanzbrunnen unweit des Startbereichs. Eine muntere Truppe, wie man sieht:

Der #twitterlauftreff: @Schliefkowitz, @bartlog, meine Wenigkeit, @pixxelschubser, @Monsterliesel, @Laufmeister, Martin und @Zickline
Andere Mitläufer konnten nicht zum Treffpunkt kommen, so etwa @Nordwork, @BloodySocks1982, @hr_markus, @Vizekoenigin, @blabbermaul... und wenn ich hier jemanden vergesse: es sei mir verziehen :)

Wir liefen langsam Richtung Startbereich, wobei wir uns verstreuten, denn jeder hatte einen Startblock zugewiesen bekommen, der nach sich nach einer nachweisbaren Marathonzeit richtete, bzw. für die Ersttäter einen weiteren. Es war sehr voll, und schon im Gedränge vor dem Start konnte man erahnen, daß es sehr heiß werden würde. Ich hatte einen Trinkrucksack mit, aber der Kopf brannte shon trotz meiner Mütze. Ich nahm mir vor, beim ersten Verpflegungsstand mir Wasser über den Kopf zu schütten, und das hielt ich dann so an nahezu jedem Stand. Das habe ich auch gebraucht.

Als es endlich losging, war es ein unangenehmes Gedränge. Ich hatte viel Mühe, mein Tempo zu halten, weil ständig Leute vor mir waren, die keine oder nur kleine Lücken freiließen, so daß ich einen ziemlichen Slalomlauf hinlegen mußte. Das Tempo, das muß ich gleich einräumen, war eindeutig zu hoch gewählt, und der Slalom forderte mir einiges an Kraft ab. Die ersten 10 Kilometer schafften wir in 53:25 Minuten, und bis dahin hatten wir recht viel Schatten gehabt, so daß es sich gut anfühlte. Danach kam schon mehr Sonne, die Hitze machte sich bemerkbar, und wir kamen bei der Halbmarathonmarke bei 1:55:42 vorbei. Es lief noch ganz gut, aber erstens war ich schon langsamer geworden und zweitens merkte ich, daß ich nicht würde beschleunigen können.
Bei km 19 sah ich noch recht frisch aus
Mittlerweile war die Hitze ein ernsthaftes Problem, ich trank nicht nur aus meinem Rucksack, sondern auch an den Verpflegungsstellen, und ich kippte mir immer gleich mehrere Becker über Kopf und Brust. Dabei merkte ich, daß das nicht nur gut tat, die plötzliche Kälte brachte ein unangenehmes Ziehen in der Brust mit sich - das war nicht allzu schlimm, aber doch ein Alarmzeichen. Ich wurde langsamer, und als ich etwa bei km 27 auf die Uhr schaute, zeigte sie mir ein Tempo von 5:57 min/km. Deutlich zu langsam, und doch deutlich spürbar, daß ich nicht schneller laufen sollte, wenn ich noch ankommen wollte. Ich hatte bei km 21 ein Gel zu mir genommen, was mich Kraft gekostet hatte, weil ich dazu den Rucksack abbnehmen mußte (ich kam ums Verrecken nicht an die Tasche mit meinen kurzen Armen). Heiko bot mir beim nächsten Gel Hilfe an, und das war sehr viel besser - ich lief einfach, und plötzlich hatte ich mein Gel in der Hand. Besseren Support gibt es nicht!

Mein Gehirn hatte wohl schon wenig Sauerstoff, denn Heiko mußte mir die Dinge ein paarmal sagen, bevor ich sie verstand. Mittlerweile war ich nur noch mit meinem Körper beschäftigt: mein Magen beschwerte sich wohl gegen die Gels, die halbe Banane, die ich unterwegs gegessen hatte, das viele kalte Wasser, das etwas eklige warme aus meinem Trinkrucksack. Mein Ziehen in der Brust wurde jedesmal deutlicher, wenn ich das Tempo anzog, so daß ich es gar nicht mehr versuchte. Dazu kam eine Blase, die ich wohl wegen des vielen Wassers im kleinen Zeh bekam (ich ließ mich gern vollspritzen, sobald sich eine Gelegenheit dazu ergab). Vielen Dank an Heiko wieder, der mich noch fragte, ob er mich treten oder langsam weiterlaufen lassen sollte. Ich entschied mich für letzteres (ich konnte gar nicht anders!) So betrachtet sah ich bei km 31 gar nich so schlecht aus, als mich Heiko fotografierte (und gleich live twitterte!).

Live-Berichterstattung vom Feinsten: @bartlog hatte zwar Mühe beim Eintippen, aber er lud das Bild hoch!
 Kurz danach bekam ich einen Krampf im rechten Oberschenkel. Etwas Dehnen, etwas gehen, kurz noch überlegt, auszusteigen, aber ich lief dann doch weiter. Dazu kam, daß ich mir durchs viele Schwitzen ein paar Wölfe gelaufen hatte.

Die letzten 7 Kilometer wollte Heiko wie abgemacht beschleunigen, wir verabschiedeten uns kurz, und er marschierte los. Ich lief in dem Tempo weiter, bekam wieder Krämpfe, legte mehrere Gehpausen ein, aber es war noch nicht so, daß ich aufgeben mußte. Bei Kilometer 38 lief Nicola ein paar Meter neben mir und fragte mich recht besorgt, wie es mir ging, da muß ich wohl nicht besonders gut ausgesehen haben:

Hier werde ich gefragt, ob ich noch laufen will. Ich wollte!
 Danach kam eine kurze Teilstrecke durch die Innenstadt, bei der ich die Organisatoren verflucht habe: unregelmäßiger Kopfsteinpflaster auf den letzten Kilometern! Andere sahen es offenbar genauso, denn sie wichen auf den Bürgersteig aus, soweit möglich. Irgendwann kam ich bei km 40, dann 41, kurz vor der Brücke. Hier war die Stimmung ganz verhalten, jeder lief verbissen für sich, ich mußte bei der Steigung sogar gehen. Aber oben auf der Brücke wehte ein bißchen frischer Wind, und ich konnte wieder Gas geben. Am unteren Brückenfuß war eine Markierung auf dem Boden: nur noch 500 Meter. Ich beschleunigte ein bißchen, konnte eine Läuferin überholen (eine Staffelläuferin! Das mochte mein Ego doch sehr), dann noch ein paar andere. 400 Meter, 300 Meter, 200... die letzten hundert Meter waren hart, aber dann, ja, da war sie, die rettende Matte! Ich passierte sie bei 4:12:01 und war überglücklich, es geschafft zu haben. Trotz allem kann ich zufrieden sein, denn das ist doch eine Verbesserung gegenüber dem Mainzer Marathon um fast 12 Minuten und damit neue PB.

Ein glücklicher Finisher. Glücklich vor allem darüber, daß es vorbei war :)

Die Analyse ist klar: für die Hitze konnte ich nichts, für das zu schnelle Anfangstempo schon. Ich habe mich eindeutig überschätzt. Aller Euphorie zum Trotz darf ich mich nicht überfordern und mein Leistungsvermögen realistischer einschätzen. Die Aufzeichnung durch den Forerunner zeigt auch klar, wie ich die  Einbrüche hatte. Zusätzlich hatte ich versuchsweise eine Liveübertragung mit Endomondo gestartet, aber die Handybatterie hielt nur bis etwa zur Hälfte.

Nach einer erholsamen Nacht mit tiefem Schlaf und einem schönen, genauso erholsamen Tag mit Herumlungern am Main bin ich ziemlich gut wiederhergestellt. Alles in allem tut mir nichts weh, wenn ich den erlaufenen Wolf ausklammere. Wenn ich den nächsten Marathon ein bißchen cleverer angehe, werde ich das Glück auch während des Laufs erleben dürfen!


Eine Anmerkung: die Fotos hier habe ich schamlos von den jeweiligen Fotografen geklaut. Bitte um einen kleinen Hinweis, wenn jemand was dagegen hat, dann nehme ich sie sofort wieder offline!

Donnerstag, 29. September 2011

Da stehe ich nun, ich armer Tor...

Ich war gestern beim Kardiologen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Mein Anliegen war zu klären, inwieweit mein Zustand einen Kathetereingriff notwendig macht, und ob es nicht weniger invasive Methoden gibt, die mir vergleichbare Resultate liefern können - auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wollte ich seine Meinung über meinen Zustand allgemein erfahren (es stand die Frage nach einer neuen OP im Raum) und speziell im Hinblick auf den Marathon am Sonntag.

Ich traf auf einen sehr sympathischen, kompetent wirkenden Arzt, der sich Zeit für mich nahm, der nachfragte, der zuhörte, der mir Dinge erklärte, wenn ich etwas nicht gleich verstand. Das Gespräch tat mir außerordentlich gut, denn ich fühlte mich nicht abgefertigt und wurde ernst genommen. Schon allein deshalb war der Arztbesuch ein Erfolg.

Die Beurteilung meines körperlichen Zustands aus kardiologischer Sicht war keine große Überraschung, Der gemessene Gradient an meiner Pulmonalklappe ist da, und das ist etwas, das man ernst nehmen und genau beobachten muß. Andererseits ist er, wenn die Klappenverengung nicht weiter fortschreitet, nicht bedrohlich, und ich muß nicht unmittelbar mit größeren Problemen rechnen. Das klang schon mal sehr positiv, war mir aber wie gesagt nicht neu, denn so oder so ähnlich hatten die Befunde der untersuchenden Ärzte geklungen - bis auf den einen, meinen Kardiologen, der mich im April so aufgescheucht hatte.

Der Arzt lieferte mir auch eine nachvollziehbare Erklärung für die Notwendigkeit der Katheteruntersuchung. Die Pulmonalklappe, um die es hier geht, ist im Ultraschall generell sehr schwer einzusehen, weil sie von außen betrachtet etwas versteckt liegt. Die Messungen sind also ungenau; man kann zwar erkennen, dass da etwas ist, man kann es aber nicht verläßlich bemessen. Dazu kommt, daß meine Trikuspidalklappe ein kleine Insuffizienz aufweist; auch die ist nicht neu, scheint sich aber jetzt verstärkt zu haben. Für sich genommen ist sie völlig unbedeutend, denn der Vorhof kann mit einer kleinen Klappenundichtigkeit mühelos umgehen, aber sie könnte ein Hinweis darauf sein, daß der Druck in der Kammer gestiegen ist, was wiederum ein weiteres Indiz für die verengte Pulmonalklappe wäre. Gewißheit könnte man nur durch die Katheteruntersuchung bekommen, und die sei dann sehr genau. Er beruhigte mich auch hinsichtlich des Risikos der Untersuchung: da das Rechtsherz betroffen sei, bei dem der herrschende Druck vergleichsweise niedrig ist, seien kaum Komplikationen zu erwarten: er sprach hier von einem halb-invasiven Verfahren.

Der Wermutstropfen war dann seine klare und unbedingte Absage an den Marathonlauf. Generell sollte ich mit einer Herzerkrankung, speziell mit dieser, keinen Marathon absolvieren. Als ich ihm sagte, daß ich schon zwei hinter mir hatte, war er schockiert. Keine belastenden Tätigkeiten, die man nicht regelmäßig ausübt, das sei seine goldene Regel, und auch wenn das im Gespräch ein wenig relativiert wurde, da ich regelmäßig trainiere, war seine Ansage klar und deutlich: nicht laufen.

Diesen Punkt haben wir ganz am Anfang besprochen, noch bevor er meinen Befund durchgelesen hatte. Die Empfehlung basierte nicht auf Erkenntnisse aus dem vorliegenden Bericht, sondern war Ausdruck seiner generelle Haltung dieser Art von Sport gegenüber. Das ist mir klar, und andere Ärzte würden darüber anders denken, wie ich ja an meinem Hausarzt und dem untersuchenden Arzt aus der Uniklinik gesesehen habe. Dennoch stecke ich in das Dilemma, daß ich diesen Arzt für sehr kompetent halte und menschlich mit ihm bestens auskomme, so daß ich seine Meinung in dem Punkt nicht einfach abtun kann.
Ich grüble die ganze Zeit, und momentan tendiere ich dazu, es doch zu tun: seinen guten Rat hier zu ignorieren und in Köln zu starten. Mir ist klar, daß ich ein Risiko begehe, aber das wußte ich schon vorher, und an der Faktenlage hat sich nichts geändert. Und doch ist mir die Leichtigkeit, die ich bis vor ein paar Tage noch hatte, ziemlich vergangen. Ich werde starten (wenn ich das tue), aber mit einem sehr angespannten Gefühl in der Magengegend.

Sonntag, 25. September 2011

Meine Marathonvorbereitung in Zahlen

Läufer sind Zahlenfetischisten. Zumindest dieser hier kann sich viel besser motivieren, wenn er handfeste, nachprüfbare Fakten in sein Tagebuch eintragen kann. Die Auswertung ist dann schon Teil der Belohnung.

Für meinen Marathon suchte ich mir einen Trainingsplan von Klemmbrett Karraß aus der Achim-Achilles-Webseite aus: Marathon unter 4 Stunden. Mittlerweile habe ich gelernt, daß es viele verschiedene Pläne gibt, mit jeweils unterschiedlichem Hintergrund und Philosophie, und daß sie mitunter ganz unterschiedlich ausfallen. Ich entschied mich für diesen aus rein pragmatischen Gründen: ich hatte schon mal damit gute Erfahrungen gemacht, er war kostenlos, und er schien mir durchführbar. Mein Gedanke war: Hauptsache ein Plan. Ich brauchte eine unabhängige Instanz, die mich auch dann zum Laufen motivierte, wenn ich keine Lust hatte. Hat funktioniert, und an dieser Stelle bedanke ich mich schon mal bei Jens Karraß für die geleistete Hilfe!

Die Zahlen: wenn ich am kommenden Sonnstag den Marathon laufe, werde ich 14 Wochen trainiert haben. Ja, der Plan ging nur 12 Wochen, aber aus einer Unsicherheit heraus begann ich zwei Wochen früher und hatte so eine kleine Verfügungsmasse, um mich an die strengen Regeln des Plans zu gewöhnen.

In dieser Zeit war ich 48 Mal laufen (bis zum Ende werden es 51 sein). Durchschnittlich viermal pro Woche, manchmal nur drei, gegen Ende auch fünf. Dabei verbrachte ich 66:36 Stunden auf den Beinen und legte 692 Kilometer zurück. Dabei verbrannte ich 53.924 kcal. Diese letzte Zahl ist nur ein Schätzwert, den die Sportuhr anhand der eingegebenen Parametern ausrechnet, aber in dieser Zeit habe ich 5 Kilo abgenommen. Wenn ich bis in den Januar zurückblicke, dann habe ich seitdem über 1.500 km zurückgelegt und etwa 10 Kilo abgenommen.

In dieser Zeit habe ich unterstützend ein paar Dinge getan, die ich sonst nicht tat: erstens, ich war zweimal wöchentlich im Fitnesstudio und habe an meiner Rücken- und Bauchmuskulatur gearbeitet. Zweitens habe ich wesentlich mehr gedehnt, und auch wenn ich immer noch steif wie ein Stock bin, bin ich wenigstens ein etwas flexiblerer Stock geworden :) Drittens habe ich das 100-Pushups-Programm einigermaßen durchgezogen (ich habe es nicht ganz geschafft, aber ich habe auch noch nicht aufgegeben!), ich stecke noch in der 5. Woche fest. Jedenfalls bin ich jetzt in der Lage, aus dem Stand 50 Liegestütz zu machen - so viele wie noch nie.

Viertens habe ich in den letzten Wochen eine strenge Low-Carb-Diät durchgezogen mit dem Ziel, das Carboloading vor dem Marathon noch besser zu unterstützen. Die Idee ist, sowenig Kohlenhydrate wie möglich zu sich zu nehmen, auch und gerade vor den langen Läufen. Dabei gewöhnt man den Körper daran, effektiver mit den Glykogenspeichern umzugehen. Wenn man dann vor dem Wettkampf diese auffüllt (auf die vielen Nudeln freue ich mich jetzt schon!), dann werden sie erstens noch voller, und zweitens kann der Organismus noch viel mehr Nutzen daraus ziehen. Es ist ein Versuch, und ich kann es natürlich nicht messen, aber ich bilde mir ein, beim Koberstädter Halbmarathon davon profitiert zu haben.

Stichwort Wettkämpfe: während dieser Vorbereitung habe ich meine Persönliche Bestzeit sowohl für die 10 Kilometer (von 50 auf 48 Minuten) als auch für den Halbmarathon (von 1:50 h auf 1:45, wobei hier die Strecke ein wenig kürzer war, so daß ich realistischerweise 1:46:30 angeben müßte). Die 5 km bin ich noch nicht gelaufen, der Marathon ist am Sonntag. Das Ziel, den Marathon unter 4 Stunden zu finishen, werde ich wohl ziemlich sicher erreichen. Jetzt will ich sehen, wie weit ich darunter komme, wobei ich in erster Linie heil und glücklich ankommen möchte.

Alles in allem bin ich gut vorbereitet, ich hatte auch Glück, während dieser Zeit nicht ernsthaft krankgeworden zu sein; auch habe ich mich nicht verletzt. Und auch wenn ich jetzt langsam ein bbißchen nervös werde, muß ich sagen: ich freue mich auf Sonntag!

Dienstag, 20. September 2011

Hü und Hott, und Hott und Hü, weils so schön ist...

Mein letzter Post enthielt noch den einschränkenden Halbsatz, daß mir das positive Untersuchungsergebnis noch nicht vorlag. Eine ziemliche Ernüchterung stellte sich ein, als der Befund dann per Post nach Hause kam. Zwar waren die aufgenommenen Fakten schon so, wie mir der untersuchende Arzt das mitgeteilt hatte. Der unterzeichnende Oberarzt beurteilte die Lage aber ein wenig anders; die Verengung der Klappenprothese einerseits und eine vorhandene, schon bereits mehrfach begutachtete und für harmlos befundene Insuffizienz der Trikuspidalklappe andererseits erforderten eine Untersuchung per Herzkatheter, um fundierte Angaben zur körperlichen Belastbarkeit machen zu können.

Das war für mich mal wieder ein Dämpfer. Eine Katheteruntersuchung ist kein Spaß, sie ist eine ernste Angelegenheit, die schon für sich ein gewisses Risiko birgt. Ich habe nicht direkt Angst davor, ich hatte schon derer vier: die erste führte direkt zur Herzklappen-OP, ich durfte das Krankenhaus nicht mehr verlassen. Die Untersuchung selbst verlief reibungslos, und die Diagnose waar schnell gestellt (meine Aortenklappe war komplett verkalkt, so daß sie nur zu 20% ihrer ursprünglichen Größe verengt war), aber ein paar Stunden nach dem Eingriff kollabierte mein Kreislauf, als mir der Pfleger den Zugang an der Leiste entfernte und einen Druckverband anlegte. Ich erinnere mich an die Panik in seinen Augen, während er verschiedenes versuchte, um mich wieder aufzupäppeln, und an die plötzliche Ruhe meiner ansonsten sehr geschwätzigen Zimmergenossen. Die drei weiteren waren streng genommen keine Untersuchungen, sondern korrigierende Eingriffe, sogenannte Elektrophysiologische Untersuchungen, bei denen das Gewebe an der Herzwand durch Erhitzen verödet wird, um Herzryhthmusstörungen zu beseitigen. Diese drei waren sehr unangenehm, zum Teil ziemlich schmerzhaft; die längste dauerte über 5 Stunden, die letzte wurde nach etwa zwei Stunden ergebnislos abgebrochen.

Wie gesagt, es ist nicht so, daß ich Angst vor dem Katheter gehabt hätte. Respekt und eine gehörige Portion Unwille aber schon. Trotzdem ließ ich mich darauf ein, um ein klares Untersuchungsergebnis herbeizuführen. Ich machte also einen Termin für nächsten Freitag aus. Dafür brauchte ich noch eine Klinikeinweisung von meinem Hausarzt und bat dafür nochmal um ein Gespräch. Parallel dazu hatte meine Kollegin Daniela mir von anderen Untersuchungsmethoden erzählt (namentlich die MRT, die ich schon einmal hatte über mich ergehen lassen müssen), und mich dazu an einen fachkundigen Arzt verwiesen, der mich wiederum zu einem Kardiologen in Bad Homburg weiterbat. Den Kardiologen habe ich noch nicht gesprochen, ich bekam einen Termin erst für nächste Woche, aber das Gespräch mit meinem Hausarzt verlief doch sehr beruhigend. Er konnte aus den gemessenen Werten keine unmittelbare Notwendigkeit für einen Katheter ablesen und meinte, vielleicht sollte ich im nächsten halben Jahr darüber nachdenken, aber doch nicht jetzt und schon gar nicht eine Woche vor dem Marathon.

Auch er tat sich schwer, mir eine klare Empfehlung auszusprechen. Natürlich ist klar, daß ich nicht komplett gesund bin, und anscheinend möchte niemand als derjenige dastehen, der mir einen Marathonlauf empfohlen hat, wenn ich dabei zusammenbreche. Andererseits, so gab er mir zu verstehen, sei mein Zustand eben nicht dramatisch verschlechtert und allgemein gesehen auch nicht schlecht. Ich habe also den Termin für die Katheteruntersuchung abgesagt und werde mich am 27. nochmal mit dem Kardiologen besprechen - 5 Tage vor dem Lauf. Die Spannung steigt!

Dienstag, 30. August 2011

Deutliche Verbesserung der Nachrichtenlage!

Nach meinem letzten Kardiologenbesuch im April war ich ziemlich niedergeschlagen. Das hatte mehrere Ursachen: zum einen war das ziemlich überraschend gewesen, denn ich fühlte mich nicht schlecht, im Gegenteil: ich war recht fit und entwickelte mich sportlich weiter. Der lapidare Marathonverbot war schon für sich ein Schlag, den ich verdauen mußte, schließlich hatte ich mir dieses Ziel für 2011 vorgenommen. Zum anderen war die Diagnose an sich schon beunruhigend, denn sie bedeutete eine weitere Herz-OP mit allen Implikationen. Ich hatte schon schwer mit der ersten zu kämpfen gehabt, und die Aussicht, daß es diesmal schlimmer sein würde, war schon sehr entmutigend. Zudem war es eine ziemlich plötzliche Verschlechterung, was bedeutete, daß die Zeit ein wenig drängte.

Ich spielte in Gedanken einige Optionen durch, vom völligen Ignorieren der Lage über die vorsichtige sportliche Aktivität zur Vorbereitung auf die anstehende OP bis hin zum Kardiologenwechsel. Zunächst hatte ich ein Einsehen und versuchte mich vom Kölner Marathon abzumelden, zu dem ich mich unglücklicherweise ein paar Wochen vor der Untersuchnung angemeldet hatte. Das klappte aber nicht, denn die Orga hatte eine kostenpflichtige Rücktrittsversicherung angeboten, die ich aber nicht mitbestellt hatte: ich fühlte mich ja fit genug. Das hieße also, bei Nichtteilnahme die 70 Euro abzuschreiben.

Das gab mir den Anstoß: ich wollte anfangen, für den Marathon zu trainieren. Das wäre schon etwas verrückt, wenn ich denn tatsächlich so krank gewesen wäre, also mußte ich mich davor eingehend untersuchen lassen. Ich wußte auch schon wo: die Uniklinik, bei der ich 2005 operiert worden war, hatte ja alle meine Daten. Auch ein paar Nachuntersuchungen hatten dort stattgefunden, die letzte sogar 2010, und zwar mit einem sehr positiven Befund. Wenn es also eine solch dramatische Verschlechterung gegeben hatte, dann würde sie in einer neuen Untersuchung ebenfalls zutage treten, und ich wüßte Bescheid. Aber meine Hoffnung war natürlich, daß die Sorgen zerstreut werden würden.

Das klingt schon etwas verrückt: der Arzt verbietet dir den Marathon, also wechselst du den Arzt. Aber es war ja nicht nur der Sport, der hier in Frage gestellt war, sondern vor allem meine nähere Zukunft, die womöglich ganz anders als geplant verlaufen würde: OP, Rehaklinik, Umzug (ich wohne im vierten Stock eines Altbaus ohne Fahrstuhl). Ich mußte einfach klären, ob es diese große Verschlechterung wirklich gab, oder ob es eine Frage der Einschätzung seitens des Arztes war, d.h. er sah die gleichen Daten, wertete sie aber anders als sein Vorgänger, von dem er die Praxis übernommen hatte.

Bei der Uniklinik bekam ich einen Termin relativ spät, und der war gestern. Bis dahin trainierte ich für den Marathon mit dem besonderen Augenmerk darauf, mich nicht zu überanstrengen. Es bestand ja durchaus die Möglichkeit, daß ich mich in Gefahr brachte. Ich machte auch ein paar Wettkämpfe mit, wobei ich immer mein Handy dabeihatte und einen Zettel mit Notfallnummern und Hinweise für eventuelle Rettungssanitäter mitführte. Es passierte aber nichts.

Warum auch! Die Untersuchung gestern ergab, daß ich mit meinem Körpergefühl gar nicht so falsch lag. Meine Klappenverengung ist unstreitig da, aber das war schon letztes Jahr so gewesen, ohne daß es eine Gefahr bedeutet hätte. Ich habe den untersuchenden Ärzten mein Anliegen erklärt, daß ich den Unterschied zwischen dem Vorjahresbefund und dem von diesem Jahr überprüfen lassen wollte. Von ihnen wurde ich sehr gewissenhaft untersucht, denn es ist auch klar, dass kein Arzt gerne eine Freigabe für den Marathonlauf abgibt, wenn sein Kollege zuvor ein kategorisches Verbot ausgesprochen hat (auch im Hinblick auf juristische Implikationen, wenn es schiefgeht und der Patient zusammenbricht). Das Ergebnis aber war sehr beruhigend: mein Herz funktioniert den Umständen entsprechend sehr gut, es reagiert auch auf Belastung ohne Probleme, und die fragliche Klappenverengung ist nicht weiter vorangeschritten.

Noch habe ich den Bericht nicht schriftlich, weil der verantwortliche Arzt sich erst mit Kollegen besprechen wollte, evtl. auch Rücksprache mit meinem Kardiologen halten möchte, sich in Ruhe alle gespeicherten Daten aus meinen vorherigen Untersuchungen durchlesen wird (und vielleicht auch rechtlichen Rat einholen, warum auch nicht). Aber sein mündlicher Rat war sehr ermunternd: ich darf einfach weitermachen wie bisher, ich soll ruhig auch den Marathon im Oktober laufen - aus seiner medizinischen Sicht spricht nichts dagegen.

Mir fiel buchstäblich ein Stein vom Herzen. Ich bin froh, daß ich so ein Dickkopf bin! Und gleichzeitig bin ich ziemlich sauer auf meinen Kardiologen. Beim Smalltalk bei der Untersuchung hatte er mir nebenbei erzählt, er hätte mit der übernommenen Praxis zuviele Patienten, was wegen der Gesundheitsreform viel Arbeit, aber kaum Einnahmen bringt.

Es wird ihn sicher freuen, daß er jetzt einen Patienten weniger haben wird.

Mittwoch, 20. April 2011

Schlechte Nachrichten - Kardiologenbesuch

Ich war heute nach etwas längerer Zeit beim Kardiologen (ich hatte terminlich-organisatorische Probleme, sprich habe einen Termin verpennt und bekamm erst später einen Ersatztermin).

Mein Belastungs-EKG verlief wie gewohnt, ich schaffte die 200 Watt, und bei 225 stieg ich freiwillig vom Rad. Überraschend war das nicht, denn ich war ja schon den Feldberg hochgekommen. Naja, schön war das auch nicht - 10 Minuten strampeln, das klingt harmlos, ist aber wirklich schweisstreibend!
Auch mein Ruhepuls (52) und mein Blutdruck (110/80) waren in bester Ordnung. Lediglich das Abhören brachte ein kleines Stirnrunzeln beim Kardiologen hervor, da war ein Geräusch, das dort nicht hingehört.

Beim Echokardiogramm wurde die Ursache klarer: meine Pulmonalklappe, d.h. die Klappenprothese, ist verengt, und zwar so sehr, dass das Blut an dieser Stelle etwas schneller fliessen muss. Diese Strömung kann man hören.

Ich hatte das schon mal gehabt: 2008 wurde das zum ersten Mal festgestellt, aber damals hiess es, die Verengung sei erstens normal, d.h. sie tritt oft auf bei Ross-Patienten, und zweitens nicht so schlimm. Ich war damals zunächst beunruhigt und dann wieder beruhigt. Alles OK, solange die Verengung nicht weiter fortschreitet.

Jetzt scheint es so zu sein, dass genau das passiert: die Klappe verengt sich weiter. Der Druckgradient lag vor einem Jahr bei 30 mmHg, heute bei 33 - das ist eine Zunahme von 10%. Ich mag das nicht in die Zukunft extrapolieren, zumal ich gelernt habe, dass eine solche Verengung nicht linear stattfindet, sondern sich immer weiter beschleunigt, aber das Bild ist deutlich. Der Kardiologe meinte, es sei jetzt nicht so gravierend, dass man einschreiten müsse, aber wenn es auf 40 oder 45 klettert, müsse man über erneuten Ersatz der Klappe oder Sprengung nachdenken.
Sprengung klingt spannend: da fährt man mit einem Ballonkatheter bis an die dichte Stelle und bläst ihn schlagartig auf, so dass die Klappe wieder frei wird. Und doch: keine schöne Vorstellung.

Mein Arzt ("Ich bin aus Hamburg, wir sagen da gern, wie es ist") meinte, eine Reoperation sei schwerer als die ursprüngliche. Wenn, dann sollte ich nach Lübeck fahren, das sei die einzige Klinik, die sich darauf spezialisiert habe. Aber noch ist es nicht soweit: ich werde es im Dezember erfahren.

Sein Statement bezüglich des Marathonlaufs war eindeutig: nein. Ein Halbmarathon sei noch vertretbar, aber ein Marathon sie einfach eine zu hohe Belastung dafür.

Donnerstag, 7. April 2011

Pennerleben

Es war Ende Oktober, als es schon kalt war, mir aber ganz bewußt war, daß der Winter immer noch vor mir lag. Die Perspektive eines noch kälteren, noch schlechteren Wetters über längere Zeit drückte mir schwer aufs Gemüt. Dazu die Trennung, die neue leere Wohnung, die Arbeitslosigkeit, die ganze unbequeme Situation. Ich kämpfte dagegen an, wie ich konnte: ich ging viel laufen, ich versuchte mich abzulenken.

Eines Abends ging ich mit meinem alten Freund Peter ins Kino. Der Abend war ganz nett, wir unterhielten uns danach angenehm und tranken noch ein Bierchen, aber irgendwann verabschiedete er sich und ging nach Hause - er mußte ja am nächsten Tag früh raus. Ich aber nicht, und der Gedanke, jetzt in meine leere Wohnung zu fahren, schien mir unerträglich. Ich beschloss, noch irgendwas zu trinken zu besorgen - ich hatte ja kein Geld, um irgendwohin zu gehen. Aber im myZeil im Untergeschoss ist ein Rewe-Markt, der bis Mitternacht offen hat, und da konnte ich mich versorgen.

Um die Uhrzeit war die Kundschaft schon etwas speziell: ich erkannte einige, die in gleicher Absicht wie ich dort reingegangen waren, dazu noch Gruppen junger Leute, deren einzige Art zu feiern eben ein Besäufnis zu sein schien, und versprengt den einen oder anderen Büromenschen, der nochmal schnell sein Frühstück für den nächsten Tag holte. Als ich die Wahl hatte, fiel es mir schwer, mich zu entscheiden: was wollte ich eigentlich trinken? Bier hatte ich schon gehabt, Hochprozentiges schien mir dann doch zuviel, und irgendwie konnte ich mir gar nicht vorstellen, mir eine ganze Flasche Wein einzuverleiben. So trüb meine Laune gerade war, endgültig abschiessen wollte ich mich doch nicht, und auch in dieser Situation war mir klar, daß ich keinen Alkohol vertrage. Am Ende fand ich was Passendes: Alcopops! Kleine Flaschen, was die Gefahr einer zu starken Alkoholisierung vorbeugte, und doch irgendwie lecker. Ich entschied mich für eine vorgemixte Pina Colada o.Ä., so genau weiß ich das nicht mehr. Dazu holte ich mir eine Tüte Erdnüsse.

Ich setzte mich auf eine Bank mitten auf der Zeil. Es war kalt, aber das war mir egal, ich genoß es sogar, in dieser Scheißkälte zu sitzen und mir selber leid zu tun, während ich mir das Gehirn wegsoff - nun ja, wenigstens ein bißchen. Die Atmosphäre war irreal, es waren einige Menschen unterwegs, und doch war es sehr still und beinahe abgeschieden. Von meiner Bank aus ergab sich plötzlich ein ganz starkes Bild mit den Gebäuden, den harten Lichtern und der ungewohnten Perspektive. Ich hatte zwar keine Kamera dabei, aber mein Handy machte doch ganz passable Bilder, also machte ich ein paar Fotos. Für ein bestimmtes Motiv stand ich auf, ging ein paar Meter und fotografierte ein bißchen herum. Nicht lange, es werden maximal zwei Minuten gewesen sein.

Als ich zu meinem Platz zurückkehren wollte, erlebte ich eine unliebsame Überraschung: ein Penner hatte sich dahingesetzt und trank gerade gierig aus meiner Flasche, während er die Finger in meine Tüte Erdnüsse grub. Ich konnte es gar nicht fassen, ich war gar nicht so lang weg gewesen!

"Hey!", schrie ich den Penner an, "sag mal, das ist doch nicht deine Flasche?"
Er schaute mich etwas abschätzig an und meinte: "Hab sie zuerst gefunden. Ist auch nicht deine!" Er genehmigte sich gleich einen Schluck, was mir sowieso jede Lust nahm, aus der gleichen Flasche zu trinken.
"Das gibt es nicht. Kann man hier nicht zwei Schritte gehen, ohne auf seine Flasche aufzupassen?" Ich wurde innerlich richtig wütend, aber gleichzeitig resignierte ich. "Weißt du was: behalt sie. Prost, Arschloch!"

Der Penner schien sich nicht davon beeindrucken zu lassen. Er schaute mich nachdenklich an und meinte dann: "Wenn ich dich so ansehe, glaube ich eh nicht, daß es deine Flasche ist. Ich war halt schneller als du!"

Mit einem Mal war ich wieder ganz nüchtern. Dieser Kerl da sah mich als seinesgleichen an! Und er dachte, ich würde da auch herumgammeln und nach Alkoholresten in herrenlosen Flaschen suchen! Plötzlich wollte ich nicht mehr trinken, ich wollte nur noch schnell nach Hause fahren. Ich ließ den Penner mit seiner Beute sitzen und machte mich auf den Weg in die S-Bahn. Was mich traf, das war die Erkenntnis, was ich wohl für ein Bild nach außen abgab.

Damit wollte ich dann doch nichts zu tun haben.

Samstag, 11. Dezember 2010

Was kostet ein Leben?

Angeregt von Stroheim möchte ich auch meine Weihnachtsgeschichte erzählen. Ich habe nämlich vor Jahren einer verzweifelten Frau das Leben gerettet.

Das kam so: ich war Student und verdiente meinen Lebensunterhalt als Taxifahrer. So sehr ich die Freiheit, die damit verbunden war, auch schätzte, ich identifizierte mich nicht mit dem Beruf, und manchmal ging er mir schon ganz schön auf die Nerven. Es war kurz vor Weihnachten, und ich war noch nie ein Freund davon gewesen. Ich haßte diese ganze aufgesetzte Fröhlichkeit, die unverhohlene Geschäftsabsicht hinter der frommen Stimmung, den immer schlimmer werdenden Konsumterror. An diesem Abend war es besonders schlimm: es hatte geschneit, die Straßen waren matschig und das Wetter unwirtlich, so daß kaum Menschen unterwegs waren, und wenn, dann nur für kurze, wenig einträgliche Fahrten. Gegen Mitternacht war meine Laune ganz schlecht, ich hatte wenig eingenommen, und ich hatte mir vorgenommen, immer erst nach Hause zu fahren, wenn ich 100 Mark für mich verdient hatte - das drohte an diesem Abend lange zu werden.

Es war schon fast 4 Uhr morgens, als ich per Funk den Auftrag bekam, zur Höchster Mainanlegestelle zu fahren. Dort war eine Schiffskneipe, die wohl langsam schließen wollte. Die letzten Gäste wollten nach Hause, und das bedeutete für mich, daß es wieder eine kurze Fahrt werden würde. Ich stieg aus, ging kurz hinein und sagte dem Wirt Bescheid.

Nach einer Weile kam eine ältere Dame heraus, ich schätzte so um die 60. Sie hatte einiges getrunken, so daß sie beim Gehen schwankte und ziemlich lallte. Das machte mir normalerweise nichts aus, als Taxifahrer im Nachtschichtbetrieb hat man ja meistens solche Gäste. Die Dame war aber aufgrund ihres Zustands irgendwie depressiv geworden. Sie dachte laut über ihr mißlungenes Leben nach, fand alles ganz furchtbar und jammerte mir in einem fort die Ohren voll. Die Absicht dahinter war offensichtlich, sie wollte vom Taxifahrer ein paar freundliche Worte bekommen; sie stellte alles allzu negativ hin, damit ich widersprach und ihr etwas Trost zusprach.

Es war schließlich Weihnachten, also spielte ich das Spielchen mit, ließ ein paar halbherzige Sätze fallen in der Art, das Leben sei schön, der Winter sei ja bald vorbei (im Dezember!), danach komme auch der Frühling, und überhaupt. Ich muß meine Rolle ziemlich schlecht gespielt haben, denn sie legte nach, anstatt sich zu beruhigen: ich sei ein schrecklicher Lügner, sie merke, daß sie mir auf den Geist ginge, und sie würde sich jetzt umbringen, und zwar sobald sie nach Hause käme (was tatsächlich um die Ecke war - meine Befürchtung, eine Kurzstrecke zu bekommen, hatte sich bewahrheitet).

Auch hier gelang es mir nicht, sie aus ihrer Stimmung zu reißen, im Gegenteil war sie immer entschlossener, sich umzubringen, trotz (oder wegen) meiner guten Worte. Mir blieb aber keine Zeit mehr, sie umzustimmen, denn auf einmal hatten wir ihre Wohnung erreicht. Auf dem Taxameter standen 7,60 Mark. Sie gab mir, immer noch jammernd, einen Zwanzigmarkschein, und da stellte ich zu allem Überfluß fest, daß ich nicht genug Kleingeld hatte, um ihr rauszugeben.

"Wissen Sie was", sagte ich, jetzt richtig entnervt, "ich behalte die 20 Mark. Sie brauchen sie ja nicht mehr, wenn Sie sich gleich umbringen."

Ihr Gesicht erfuhr eine Wendung, wie ich sie selten gesehen habe. Plötzlich war der Schwips weg, und aus dem jammernden, todeswilligen Waschlappen war eine zornige Kämpferin geworden.

"Was... erlauben Sie sich?", kam es schneidend aus ihr heraus. "Eine alte Frau in einer schwierigen Lage auszunehmen! Ich werde Sie sofort bei der Taxizentrale melden!" Es folgte eine Tirade, die die Fahrzeit locker um ein Vielfaches überstieg. Ich wurde als herzlos, materialistisch, unmoralisch und was nicht noch mehr beschimpft. Das Ende vom Lied war: sie nahm ihre 20 Mark, stieg zornig aus dem Auto und verschwand in ihrer Wohnung. Am nächsten Morgen hatte sie mich auch wirklich bei der Taxizentrale angeschwärzt.

Mir wurde klar: ich hatte ihr das Leben gerettet. Mit der Zentrale bekam ich keine Schwierigkeiten; als ich die Situation darlegte, brachte man mir nicht nur Verständnis entgegen, sondern es wurde auch laut gelacht. Meine Fahrt bekam ich nicht bezahlt, aber ich fand, 7,60 Mark waren für ein Menschenleben eine gute Investition.

Sonntag, 16. Mai 2010

Philosophen, Laufstrecken und andere Dinge

Ich war zwar seit meinem letzten Eintrag ein paarmal online, hatte aber nicht die Musse, um einen "ganzen" Blogeintrag zu schreiben.

Ich war bei einem Freund von mir, ehemaliger Schulkamerad, der in Ituzaingó wohnt, einem Vorort von Buenos Aires. Er arbeitet bei tl9 als Kameramann, einem Sender, der gern und vorwiegend über blutige Auseinandersetzungen, Überfälle, Geiselnahmen berichtet. Er hat mir versprochen, mich mal mitzunehmen, aber bisher hat sich das nicht ergeben. Statt dessen, habe ich mir den Sender einen halben Vormittag angeschaut und bin nun einigermassen über die Halbwelt Argentiniens im Bilde.

Bei einer Reportage über eine Strasse, die zur Raserstrecke mutiert sei, wurden auch die Nachbarn befragt, die die Lage beschreiben sollten. Dabei fiel mir auf: der Argentinier ist ein Philosoph, schon immer gewesen. Vor der Kamera gestellt, gaben nicht wenige dieser Nachbarn ihre Meinung zum Grundübel des Problems. "Die Argentinier waren schon immer so, dass sie sich nicht an Vorschriften halten wollen.", lautete zum Beispiel eine Aussage. Das habe ich dann auch auf anderen Sendern beobachtet: befragt zu irgend einem Thema, geben die Argentinier gern ihre Meinung zu Geschichte, Dasein und Charakteristik des argentinischen Volks oder der Menschheit allgemein. So sind wir, die Argentinier.

Bei meinem vorletzten Lauf habe ich den Rat meines Bruders befolgt (gracias, Bempi!) und bin mit dem Bus zu einem neu geschaffenen Gebiet am Flussufer gefahren: den Paseo de la Costa. Neu ist er nur für mich, denn er hat schon einige Jahre auf den Buckel; ich hatte ihn schon vor ein paar Jahren besucht, aber vergessen, dass es ihn gibt. Früher war dieses Gebiet einfach nur dreckig, voller Müll und stinkigen Abflüssen; das Ufer wurde mit Bauschutt aufgefüllt und begrünt. Heraus kam ein nettes Naherholungsgebiet, das allerdings schon seine beste Zeit hinter sich hat. An Stellen, die der Regen oder überschwemmungen ausgewaschen hat, kann man sehen, dass nicht nur Bauschutt verbaut wurde, sondern auch normaler Hausmüll: Plastikteile, Flaschen, Müll eben. An den Rändern fehlt die Grasnarbe, man kann diese alte Müllansammlung sehen, und das animiert die Argentinier nun dazu, auch neuen Müll abzulegen. Unschön. Dazu kommt, dass die Regierung Entwässerungskanäle gebaut hat, um die Viertel oberhalb zu entlasten, die nun ungeklärte Abflüsse in den Fluss leiten - mitten im Naherholungsgebiet. Aber so sind nun mal wir Argentinier und waren schon immer so.

Zum Joggen war das Gebiet bedingt geeignet, denn schon nach 34 Minuten hatte ich sämtliche Möglichkeiten abgesteckt. Ich lief also zurück, anstatt den Bus zu nehmen, und hatte nach etwa einer Stunde 9,5km durchlaufen.

Gestern lief ich dann einfach aufs Geratewohl durch die Gegend, um mich ein bisschen umzusehen. Immer wieder schön, erkennen zu können, wie sich die Stadt und vor allem dieses Viertel mit der Zeit verändert hat. Ich lief wieder etwa 9,6km, diesmal in 56 Minuten.

Was mir aufgefallen ist: der Río de la Plata ist im Leben der Porteños derart bestimmend, dass einige Stadtpläne nicht wie überall sonst mit dem Norden nach oben gedruckt werden, sondern mit dem Fluss nach unten. Der Norden liegt dann rechts, und das macht es etwas schwierig, sich zu orientieren, bevor man sich daran gewöhnt hat.

Samstag, 8. Mai 2010

Laufen. Und die Wunderwelt des Suedens


Heute bin ich gelaufen, zum ersten Mal in Buenos Aires. Es war wunderschoenes, wenn auch kuehles Wetter, und ich lief durch mein altes Viertel in Richtung Flussufer, bis zum Yachthafen bei Olivos, und zurueck. Sehr nett, obwohl es nur auf Strasse war (es gibt keine Parks in der Naehe, wo ich haette laufen koennen). Fuer 9,2km brauchte ich etwa eine Stunde.

Wenn man sich die Strecke anschaut, sieht man, dass ich an der Residenz der Praesidentin vorbeigelaufen bin. Dort, in deren unmittelbaren Naehe, war vor etwa 30Jahren ein etwa 20 Stockwerke hohes Haus gebaut worden, das nicht fertiggestellt werden konnte: der Bau waere doch zu nah an die Residenz, so wurde kolportiert, und man fuerchtete Attentate. Ich weiss nicht, ob die Begruendung stimmt, aber das Hochhaus stand Jahre, Jahrzehnte im Rohbauzustand dort, und ich war jetzt neugierig, ob das Problem wohl mittlerweile geloest sei.
Das problem ist geloest, auf argentinisch: die oberen Stockwerke wurden mittlerweile abgetragen. Geblieben sind die unteren 5 oder 6, die wohl nicht als bedrohlich empfunden werden. Sie sind aber noch im Rohbau.

Ein sehr witziges Beispiel einer zu erfolgreichen Kampagne habe ich gestern in der Zeitung entdeckt. Das neue Umweltbewusstsein demonstrierend, beschloss die Stadt Buenos Aires, Altbatterien einzusammeln. Das wurde stark beworben und hatte einen durchschlagenden Erfolg, was beweist, dass die Porteños schon koennen, wenn man sie laesst. Jedenfalls wurden in den letzten 8 Monaten containerweise Batterien eingesammelt, die nun langsam irgendwo entsorgt werden mussten. Das erweist sich aber mangels geeigneter Deponieplaetze als schwierig. Ein angestrebter Vertrag mit einer Deponiefirma in der angrenzenden Provinz Buenos Aires, also ausserhalb des autonomen Stadtgebiets, wurde prompt von der Provinzregierung einkassiert: wenn die Stadt ihre Batterien entsorgen wolle, solle sie doch entsprechenden Platz schaffen. Daraufhin beeilte sich die verantwortliche Beamtin, die jene Kampagne ins Leben gerufen hatte, zu behaupten: das sei ja kein gefaehrlicher Muell, sondern nur "potentiell gesundheisschaedigend".

Ich habe frueher die Zeitung von hinten nach vorn gelesen, weil dort die Witzseite war, und ich wollte was zum Lachen haben. Heute brauche ich die Seite nicht, es geht auch so!

Beim letzten Hagel-Unwetter vor ein paar Wochen sind viele Dachziegel beschaedigt worden. Auch bei meiner Mutter gingen etwa 150 zu Bruch. Nun ist die Nachfrage danach derart gestiegen, dass man sie gar nicht bekommt, oder wenn, dann zum 5- bis 10fachen Preis. Gestern rief der Dachdecker an: er haette welche bekommen, allerdings gebraucht - von einem Dachabriss. Die Preise: genauso ueberteuert, als waeren sie neu.
Ich habe mich also auf die Suche gemacht. Bei Mercado Libre, dem hiesigen eBay-Pendant, bin ich fuendig geworden. Ich habe sie "nur" zum 3fachen Preis bekommen, auch von einem Abriss. Fuer 120 Pesos bekomme ich sie von ihm sogar nach Hause geliefert. Da bin ich froh, ich sah mich schon beim Verladen, denn unser Dachdecker hatte fuers Abholen "unserer" Ziegeln keien Zeit - vermutlich war er beleidigt, dass ich nicht "seine" genommen habe.

Freitag, 7. Mai 2010

In Buenos Aires

Nach zwei Tagen Buenos Aires komme ich mir ein bisschen vor wie ein Zeitreisender, zum Teil aber auch wie ein Reisender in eine voellig andere Welt. (Man verzeihe mir das Fehlen von Umlauten, ich habe mich noch nicht an die spanische Tastaturbelegung gewoehnt).

Zeitreise daher, weil ich staendig mit Dingen konfrontiert werde, die ich aus meiner Kindheit kenne und teilweise schon vergessen hatte: der Geruch der Blumen auf "meinem" Viertel, ein paar (wenige) Geschaefte, die noch uebriggeblieben sind: die Pastafabrik "La Praderita", bei der ich sonntags frische Ravioli holte, die Pizzeria "Ciervo Rojo" (Roter Hirsch), der Buchladen, bei dem ich mich mit Gebrauchtbuechern versorgte, der Tausch immer 2:1. Die tuckernden Taxis, die rasenden Busse, meine ebenso wenigen verbliebenen Nachbarn, die allesamt gealtert sind. Kleinigkeiten wie die Marken von Lebensmitteln, zum Teil verblueffend unveraendert, zum Teil komplett modernisiert - mit allerdings den gleichen Inhalten.

Dann wieder eine andere Welt. Hier scheint alles ein bisschen anders. Angefangen der Flug aus Brasilien: nach einer um Verstaendnis bittende Durchsage wird das Flugzeug mit irgendeiner Chemikalie desinfiziert. Ich habe nicht in Erfahrung bringen koennen, ob das alle Flugzeuge betrifft oder nur die aus Brasilien, dem Flugkapitaen war es aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass dies auf Anordnung der argentinischen Behoerden stattfinde. Ein lustiges Bild: auf beiden Gaengen je eine Stewardess, die zwei Spruehflaschen in den Haenden hoch hielt und von vorne bis hinten durchlief.
Die Busse halten an bestimmten Stellen, aber man muss sie per Handzeichen dazu auffordern. Den Busticket loest man im Bus an einem Automaten, Muenzen sind Pflicht. Hat man keine, so darf man gleich wieder aussteigen - niemand hat Wechselgeld. Das einzige ruppige Erlebnis bisher, ansonsten sind alle unglaublich zuvorkommend und nett.

Was mir auch auffaellt: es ist alles ein bisschen heruntergekommen. Der Flughafenterminal sieht aus, als braeuchte er dringend eine Renovierung. Betrieben wird er von einer Firma "Argentina 2000", und das scheint auch die Jahreszahl der letzten Instandsetzung zu sein. Die Strassen, die Bahnen, die Beleuchtung, selbst im touristisch sehr frequentierten Stadtzentrum - alles hat schon mal bessere Zeiten gesehen. Und ueberall sind Gitter, Wachleute, Ueberwachungskameras. Ob jetzt soviel geklaut wird, wie behauptet wird, kann ich (noch?) nicht sagen, aber man ist ueberall darauf vorbereitet und hoellisch auf der Hut.

Jetzt habe ich 5 Pesos (1 Euro) verbraten, also melde ich mich ab. Weiter Berichte werden folgen!

Dienstag, 2. Februar 2010

Montag, 1. Februar 2010

Bericht aus der Schmerzklinik

Seit nunmehr einer Woche bin ich im Schmerz-Zentrum des DRK in Mainz untergebracht. Das ist ähnlich wie eine Reha-Klinik aufgebaut: der Tagesablauf ist mit sogenannten Anwendungen ausgefüllt, die zum Teil Standard sind, zum Teil auch individuell für die jeweilige Diagnose ausgearbeitet und verordnet werden.

Im Gegensatz zur reinen Rehaklinik gibt es hier auch ein Team von Ärzten, die interdisziplinär eine Diagnose erstellen. Häufig ist die Ursache von Schmerzen ja unklar, und es gibt einige Spezialisten, die den Blick aus verschiedenen Fachgebieten auf den Patienten werfen. Die Ergebnisse, so hört man, seien dadurch umso besser.

Bei mir ist es so, daß ich aus heiterem Himmel eine üble Kopfschmerzattacke bekam, die nicht nur temporär war: die Schmerzen blieben. Das war am 26. September. Seitdem war ich zigmal bei verschiedenen Ärzten gewesen, war beim Physiotherapeuten, ich lag 10 Tage im Krankenhaus, bin zum Osteopathen gegangen. Das alles brachte keine klare Diagnose, und wenn auch die Schmerzen nicht mehr so stark sind wie am Anfang, bin ich dadurch total eingeschränkt. Irgendwann erfuhr ich, daß es diese Klinik gibt, und wendete mit ratsuchend an sie. Nach etwas Wartezeit bekam ich einen ambulanten Untersuchungstermin, und dort wurden ein paar mögliche Diagnosen in Betracht gezogen, die stationär verifiziert werden sollen.

Die Klinik liegt an einem Hang in einem Villenviertel in Mainz (nach Auskunft einer Mainzer Freundin ist es wohl die beste Wohnlage). Unter dem Namen Alice-Krankenhaus ursprünglich als Belegkrankenhaus entstanden, wurde es 1981 als Schmerz-Zentrum wieder eröffnet, nachdem es aus wirtschaftlichen Gründen hatte schließen müssen. Als Patient spürt man das irgendwie: die Gebäude, zum Teil auch die Einrichtung sind eine Mischung aus alt und neu. Vieles erinnert an die achtziger Jahre, aus denen wohl die meisten fest installierten Gegenstände stammen.

Das Personal ist unglaublich bemüht und ausgesprochen freundlich. Man merkt, daß die Angestellten es mit Schmerzpatienten zu tun haben und dies auch wissen. Vom behandelnden Arzt über die Pflegekräfte bis zum Küchen- und Reinigungspersonal, ich habe bisher von allen Seiten ein Lächeln und freundliche Worte bekommen. Sehr schön!

Die Schmerztherapie basiert auf eine mehrgleisige Strategie. Man möchte Muskelverspannungen lösen, die als Folge von chronischen Schmerzen auftreten und zugleich auch Ursache weiterer Schmerzen sind; das wird durch Krankengymnastik, Bäder, elektrische Impulse und dergleichen erreicht. Dehnübungen sollen die Muskelpartien, die durch Verkrampfungen verkürzt sind, wieder länger machen, zugleich wird durch sanftes Krafttraining die Rücken-, Nacken-, Schulter- und Bauchmuskulatur gestärkt, um haltungsbedingte Probleme zu lösen. Ausdauertraining und Übungen im Wasser ergänzen das Programm.

Ein weiterer Punkt, der mir bis dahin neu war, bezieht sich auf das vegetative Nervensystem. Durch Wechselbäder, Eisabreibungen, Greifen in gefrorenen Erbsen, usw. wird es angeregt. Die Überlegung: die Reizleitungen können nicht gleichzeitig Schmerz und Kälte übertragen; reizt man es also mit Kälte, wird es möglich, den chronischen Schmerz zumindest punktuell zu unterbrechen. Dazu nimmt man einen gewöhnlichen Plastikbecher voller Wasser, in das ein Stiel hineingetan wurde, und läßt es in der Kühltruhe einfrieren. Der so entstandene Eislolli wird dann auf der Haut geführt - ein äußerst unangenehmes Gefühl, vor allem am hinteren Rücken oder den Oberschenkeln. Uaaaah! Ich bin ja schon so ziemlich verfroren, und diese Maßnahme hasse ich wie die Pest. Ähnlich die Sache mit den Erbsen: ein Beutel Erbsen, vielleicht ein Kilo, wird gefroren und in eine Schüssel gegeben; darin soll man jeweils einige Minuten mit den Händen hineingreifen bzw. mit nackten Füßen darauf.

Ein weiterer hilfreicher Punkt sind Schmerzblockaden: lokalisierte Betäubungen, die den Schmerzkreislauf unterbrechen sollen. Wenn der Patient schmerzfrei ist, und sei es nur für eine Weile, dann ist er in der Lage, sich zu entspannen und so eine weitere Schmerzquelle auszuschalten. Diesen Teil habe ich noch vor mir: aufgrund meiner Herzprobleme bin ich auf Marcumar angewiesen, das die Gerinnungsfähigkeit des Bluts senkt. Dadurch kann ich keine Spritzen ohne Blutungsgefahr bekommen. Ich mußte also das Marcumar absetzen (und darf mir statt dessen zweimal am Tag eine Spritze in den Bauch jagen - örks).

Bisher bin ich ganz zufrieden. Meine Schmerzen sind zwar nicht verschwunden, aber deren Stärke bewegt sich langsam nach unten, was wahrscheinlich an den Medikamenten liegt, die ich bekommen habe, vielleicht aber auch als Behandlungserfolg zu werten ist. Noch ist es zu früh, um das abschließend zu bewerten. Einen Nachteil habe ich: durch die Medikamente bin ich richtig müde. Ich schlafe zweimal am Tag für mindestens eine Stunde ein, oder wenn nicht, dann bin ich langsam und schläfrig. Das ist aber denke ich eine temporäre Lösung, das wird sich geben.

Ein Manko muß erwähnt werden: das Essen! Das schmeckt definitiv nicht. Mir ist klar, daß ich im Krankenhaus bin und daher kein Fünf-Sterne-Essen zu erwarten habe, aber ich lag nun schon in etlichen anderen Krankenhäusern, und ich muß sagen: ich habe schon besser gegessen. Fairerweise muß ich ergänzen: OK, ich habe auch schon schlechter gegessen :)

Sonntag, 17. Januar 2010

Samstag, 16. Januar 2010

Noch ein Lauf

So schön ich angefangen hatte, die zweite Woche fiel mir ungleich schwerer. Ich konnte einfach nicht das gleiche Pensum erfüllen. Termine, Unpässlichkeiten und schlicht Unlust schoben sich dazwischen.

Gestern raffte ich mich doch noch auf, und es hat sich gelohnt. Auf einem rutschigen, verschneiten Niddauferweg ief ich die 5,25 km bis nach Berkersheim und zurück. Unterwegs traf ich kaum Leute: zwei Läufer, eine ältere Dame mit Nordic-Walking-Stöcken und zwei Radfahrer.

Ich lief relativ angestrengt im 6:18er Tempo, war also nach 1:06 Stunden und 10,5 km zurück. Mein Puls war mit 162/172 max indiskutabel hoch, ich bin also alles andere als gut in Form. Aber es hat Spaß gemacht!

Sonntag, 10. Januar 2010

Lauf-Neustart im neuen Jahr

Ob es an meinen nicht vorhandenen Neujahrsvorsätzen gelegen haben mag oder nicht: ich habe wieder angefangen zu laufen.

Warum ich überhaupt aufgehört hatte: ich habe seit mittlerweile mehr als drei Monaten starke Kopfschmerzen. Es fing an mit einer Halsmuskelverspannung, aber es hörte nicht mehr auf. Ich lag 10 Tage im Krankenhaus, war bei Ärzten, Masseur und Osteopath, ohne daß die Ursache genau geklärt werden konnte. Eins ist sicher: die schlimmsten Ursachen sind ausgeschlossen, d.h. ich habe keinen Schlaganfall, keine Hirnblutung, keinen Tumor. Das ist zwar alles sehr erfreulich, aber leider auch unbefriedigend, da ich immer noch nicht weiß, was ich genau habe.

Die neueste Entwicklung: ich war in Mainz im Schmerzzentrum des DRK. Dort bin ich zwar nicht abschließend behandelt worden, ich habe aber einen Termin für Ende Januar bekommen und werde dann etwa 2 Wochen dort bleiben. Bis dahin habe ich ein Medikament bekommen, das schon mal ganz gut hilft, wobei es mich doch sehr müde macht. Aber damit habe ich es geschafft, mich zum Laufen aufzuraffen. Dieses Jahr habe ich also schon 4 Laufeinheiten mit 39,68 km hinter mir. Mal sehen, wie es weitergeht!

Dienstag, 3. November 2009

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Sonntag, 18. Oktober 2009

Vollautomatisch :)


Gut, daß es die Automatik gibt. Der Handbetrieb ist natürlich etwas umständlicher zu bedienen...

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Montag, 24. November 2008

Unfall und Ende

Training Nr. 120 in diesem Jahr fand am 16.11. statt. Es war ein kurzes Vergnügen: der Weg war naß und etwas rutschig, und beim Versuch, über das Drängelgitter am Bahntunnel gleich am Anfang der Strecke zu springen, rutschte ich aus. Ich kam gar nicht dazu, abzuspringen, ich nahm Anlauf, der Sprungfuß bekam keinen Halt und rutschte nach vorne mit schnellem Tempo. Ich knallte mit dem Knie gegen die Absperrung und fiel auf den Rücken - zum Glück doch ein wenig seitwärts, denn es war so heftig, daß ich es knacken hörte. Ich lag da erstmal stöhnend auf dem Boden, ich konnte vor Schmerz kaum denken. 30 Meter vor mir unterhielten sich zwei Männer an der Friedhofspforte und beachteten mich nicht. Nach einer Weile schaute einer der beiden rüber und fragte: Alles klar? Ich antwortete wahrheitsgemäß mit "Nein!", aber entweder war das nicht verständlich genug, oder die beiden hatten Wichtigeres zu besprechen, jedenfalls kam auch keiner rüber, um zu helfen.

Irgendwann stand ich auf und ging nach Hause zurück - ich humpelte mehr, als daß ich ging, und bei jedem Schritt mußte ich laut aufstöhnen. Es muß ein lustiger Anblick gewesen sein, jedenfalls wurde ich ein paarmal komisch angeschaut. Zuhause erwarteten mich große Augen meines Sohnes und meiner Frau, die aber beide gleich weg mußten. Ich legte mich in die Badewanne und versuchte zu entspannen, aber die Schmerzen gingen nicht weg. Also rief ich mir ein Taxi und fuhr in die Notaufnahme, wo ich gleich geröntgt wurde. Ergebnis: die 8. Rippe links, das ist die erste, die unter dem Schulterblatt sichtbar ist, ist gebrochen.

Das bedeutet für mich den Abschluß der Laufaktivitäten für dieses Jahr, denn die Rippe wird 3 bis 4 Wochen brauchen, um wieder zusammenzuwachsen. Das Knie ist zum Glück nicht angetastet, die beiden Schläge, die ich da abbekommen habe, sind ein Stück darunter. An der rechten Kniekehle habe ich auch einen Schlag abbekommen, ich vermute, ich bin auf dem eigenen linken Fuß gefallen, habe aber keine Erinnerung daran. Jedenfalls hat sich da ein großer Bluterguß gebildet, der aber schon wieder am Verschwinden ist.

Fazit: Glück im Unglück, denn es hätte schlimmer kommen können, wenn ich auf die Wirbelsäule oder gar den Hinterkopf gefallen wäre. Jetzt war ich eine Woche zuhause und werde morgen wieder arbeiten gehen.

Mittagslauf in Köppern

Am Donnerstag, dem 13.11., lief ich wieder in Köppern. Ich nahm die gleiche 8,1-km-Strecke in 45:37 Minuten, war also ein klein wenig langsamer als beim letzten Mal - kein Wunder, denn der Muskelkater war schon deutlich. Auch diesmal hatte ich den Brustgurt nicht mit, ich schätze aber, daß es mich relativ viel gekostet haben dürfte; der Pace war mit 5:37 min/km nicht zu schnell, aber auch nicht gerade langsam.

Abendlauf an der Nidda

Am Dienstag, dem 11.11., zwei Tage nach dem Lauf am Sonntag, bin ich dann wieder abends gelaufen. Die Mittagspause war wieder unmöglich gewesen, aber das machte nichts, ich lief abends an der Nidda, die auf 13,64 km abgekürzte 14-km-Strecke. Das machte wieder Spaß, ich war nach 1:13:34 h fertig, hatte also einen Schnitt von 5:23 min/km gehalten. Das zeigte sich auch in den Pulswerten: 166 im Durchschnitt, 178 maximal. Ich war etwas fertig und hatte tags darauf Muskelkater, aber es hat Spaß gemacht.

Niddalauf am Abend mit Franziska

Am Sonntag, dem 9.11., bin ich dann abends mit Franziska gelaufen. Wir hatten es uns die ganze Zeit vorgenommen, das hatte aber irgendwie nicht geklappt. An dem Nachmittag sah es erst mal wieder so aus, als könnten oder wolten wir nicht, aber Franziska gab sich und mir einen Ruck, und wir gingen los.

Es war ein schöner Lauf, bei dem ich wieder entdeckte, wieviel mir das Laufen bringt. Danach war ich wieder drin, weder Stress, noch Unlust, noch das kalte Wetter konnten mir was anhaben. Wir liefen exakt im 6er Schritt eine Strecke von 12,1 km in 1:12:39 h, wobei ich meinen Puls sehr gut bei 158 im Durchschnitt halten konnte. Der Höchstpuls lag bei 174 am Ende, als wir einen Spurt hinlegten.

Sonntag, 23. November 2008

OK. Ich bin im Verzug.

Vier Wochen! Vier Wochen habe ich nun nicht mehr gebloggt. Nicht, daß es nichts zu berichten gegeben hätte. Irgendwie war ich blockiert.

Heute hole ich es nach. Ich bin seitdem viereinhalb mal gelaufen, und ich habe mir ja vorgenommen, jeden einzelnen Lauf zu dokumentieren.

Nach meinem Lauf vom 24. Oktober legte ich eine Pause von einer Woche ein. Am Wochenende war ich weggefahren, und die Woche danach war bei der Arbeit so stressig, daß ich mir mittags keine Zeit dafür nahm. Am Montag, dem 3.11. wieder, da nahm ich mir die Zeit - zwar etwas spät, um 15:20, aber wenigstens das. Ich lief die bekannte Strecke, die mittlerweile standardmäßig auf 8,1 km abgewandelt ist, da eine Abkürzung, die quer durchs Feld führte, nicht mehr möglich ist. Ich lief die Strecke in 44:06 Minuten, d.h. mit einem Schritt von 5:25 min/km. An dem Tag hatte ich meinen Brustgurt vergessen, also habe ich keine Pulswerte notiert; ich war aber schon etwas aus der Puste.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Abendlauf an der Nidda mit Frau und Hund

Heute war Marathontag. Die ganze Stadt war abgesperrt, die Zeitungen, das Radio, die Plakate: alle erzählten davon. Ich war dazu nicht vorbereitet und hatte daher keine Lust, mir das anzuschauen. Mein Schwiegervater feierte Geburtstag im Taunus, da sind wir hin und haben mitgefeiert.

Abends allerdings, da wollte ich doch meinen Lauf absolvieren. Franziska wollte mit dem Hund raus, und wir beschlossen, gemeinsam zu laufen, um die Unmengen Kalorien, die wir bei ihrem Vater zu uns genommen hatten, wenigstens zum Teil abzubauen.

Snoop war diesmal vorbildlich; er lief ohne große Probleme in gleichbleibendem Tempo mit, und nur manchmal mußten wir anhalten, wenn er mal mußte. Das war ganz OK so, ich hatte das Gefühl, daß ihm die Dunkelheit nicht so gefällt und er deswegen keine großen Ausreißversuche unternahm. Wir liefen realtiv entspannt, oder vielmehr: ich lief relativ entspannt, Franziska versuchte, mein Tempo zu halten. Man muß sich vor Augen führen: sie ist heute zum ersten Mal seit 11 Wochen wieder mitgelaufen, und da machte sie locker mit, als wäre nichts gewesen. Ein Naturtalent; wenn sie ein bißchen beständiger trainieren würde, würde sie mich locker abhängen.

Wir liefen eine leicht veränderte Strecke von 9,15 km und kamen nach 57:45 Minuten an, das ist ein Tempo von 6:18 min/km. Meine Pulswerte waren ganz prima, mit 149 im Durchschnitt und einem Maximum von 159 war ich die ganze Zeit im grünen Bereich.

Insgesamt war das ein schöner Lauf in der Abendluft, der mich über den nicht gelaufenen Marathon hinwegtröstete :)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Weitere Runde in Köppern, etwas besser drauf

Gestern um die Mittagspause bin ich wieder gelaufen. Nichts Neues dabei, ich habe die gleiche, leicht veränderte Köpperner Strecke genommen, es war etwas regnerisch und naß. Ich hatte lange Laufsachen an und war ganz gut drauf.

Es lief ein bißchen besser als am Montag: die 8,1 Kilometer schaffte ich in 42:57 Minuten, was einem Tempo von 5:18 min/km entspricht, aber vor allem machte mir der Lauf nicht soviel zu schaffen. Ich hatte einen Durschnittspuls von 163 mit einem Maximum von 173; ich war hinterher völlig naßgeschwitzt und freute mich auf die warme Dusche, hatte aber keine Schmerzen.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Eine neue Runde in Köppern

Gestern habe ich mich aufgerafft und bin wieder in der Mittagspause gelaufen. Es war wieder Herbstwetter, trocken und kühl, zudem hatte ich noch vom Stadtlauf etwas schwere Beine, es war also wirklich eine Überwindung, aber ich dachte, jetzt erst recht. Ich lief also die altbekannte Mittagspausenstrecke, die ich leicht abwandeln mußte, weil der Bauer mir durch Umpflügen mir den Weg abgeschnitten hat. Insgesamt bin ich 8,1 km in 46:27 Minuten gelaufen, also ein Schnitt von 5:43 min/km. Der Puls war ganz normal und ohne Überraschungen bei 153 mit einem Maximum von 170 - alles in Butter also, bloß muß ich schon sagen, daß es ziemlich anstrengend war.

Gewichtsmäßig bin ich ein bißchen zufriedener, ich scheine wieder bei 75 kg angekommen zu sein. Weniger essen, weniger Süßigkeiten vor allem, und natürlich das Laufen helfen wohl ganz gut dazu. Ein besonderer Lauf war das auch: damit habe ich die 1.200-km-Marke in deisem Jahr überschritten.

Montag, 20. Oktober 2008

Oberurseler Stadtlauf - mit Ach und Krach

Am Samstag habe ich mich spontan für den Oberurseler Stadtlauf angemeldet, ein 10-km-Lauf, der diesmal zum 20. Mal stattgefunden hat. Ich wollte ohnehin 10 Kilometer oder länger laufen, und da nahm ich die Gelegenheit einfach wahr.

Ich war relativ schlecht vorbereitet, da ich zuvor wegen meiner Angina hatte pausieren müssen und danach nur noch zweimal gelaufen war. Ich hatte aber keine Zeitvorgabe, sondern wollte es wie in einem Trainingslauf angehen lassen. Er startete um 16:00 Uhr, Anmeldung war noch bis 15:30 möglich, um 15:15 habe ich meine Startnummer bekommen. Das Wetter war optimal, sonnig, aber kühl. Ich ließ meine Klamotten bei einer Bekannten, die direkt an der Laufstrecke wohnt und lief mit kurzer Hose und T-Shirt.

Das war eine eher überschaubare Veranstaltung. Schätzungsweise 250 bis 300 Teilnehmer, mehr waren da nicht, und wir wurden alle von der Brunnenkönigin persönlich begrüßt, eine Art Weinprinzessin, aber ohne Wein. Um Punkt 16:00 Uhr ging es los; es galt, die Strecke viermal zu laufen, wobei man nur einmal durch das Anfangsstück kam. Die Strecke führte durch die Oberurseler Altstadt, mitten durch die gleichzeitig stattfindende Kirmes; zum Teil war da Kopfsteinpflaster, und manche Steigung war ziemlich steil. Ich lief relativ zügig, aber nicht zu schnell, hielt mich an wechselnde Läufer, die aber alle zu schnell für mich waren, so daß ich sie nach und nach als Referenz austauschte.

Die erste Runde ging ganz prima, wobei mir die Steigung zu schaffen machte, aber auf dem Rückweg konnte ich wieder etwas Weg gut machen. Die zweite Runde war schon mühselig, da nutzte ich den Rückweg, um zu verschnaufen, und wurde kurz vor Vollendung der Runde vom ersten Läufer schon überrundet. Bei der dritten Runde merkte ich plötzlich, daß da etwas nicht stimmte, ich hatte plötzlich keine Kraft und spürte dieses seltsame metallische Gefühl am Halsansatz - genau, der Blick auf die Uhr bestätigte das: Vorhofflimmern! Mein Puls zeigte 214, also mußte ich zusehen, daß er wieder runter kam. Ich machte eine Gehpause, bis der Puls wieder bei 180 war, und lief dann weiter, denn ich kannte das Gefühl ja schon. Es ging dann relativ beschwerlich und weiter, der Puls war nicht ganz normalisiert, aber es war zu ertragen. Ich schaffte die dritte Runde, bei der vierten dann das gleiche Bild: an der steilsten Stelle ging mein Puls auf 212. Also wieder gehen, ein bißchen warten und weiterlaufen. Am Ende blieb aber noch Kraft für einen letzten Spurt, weil mich da jemand kurz vor dem Ziel noch überholen wollte. Nach 55:45 Minuten (eigene Messung) war ich dann durch und bekam von der Brunnenkönigin ein Finisher-T-Shirt und eine Medaille. Das T-Shirt ("Isch bin ein Orschinal" steht da drauf) gab es leider nur noch in Größe XL, die kleineren waren schon weg. Wahrscheinlich war der Gedanke der, daß kleinere, schmalere Läufer schneller da sind, und am Ende kommen nur noch die Brocken angelaufen. Kleinere, langsame Läufer waren da wohl im Nachteil :)

Meine Pulswerte waren nicht erfreulich: mit einem Durchschnitt von 180 und einem Maximum von 220 war das alles andere als normal. Natürlich hatte ich nicht solche Pulse, sondern Vorhofflimmern; ich schätze, ich bin bei einem Durchschnitt von 163 oder 164 gelaufen, das Maximum dürfte etwa 175 betragen haben - auch nicht wenig, aber natürlich nicht so hoch. Das Ganze war ein großer Rückschritt, denn einen solchen Anfall hatte ich schon seit langem nicht mehr gehabt, und ehrlich gesagt dachte ich nicht, daß das wieder kommen würde. So muß ich den Tatsachen ins Auge schauen: ich bin immer noch nicht ganz gesund. Und überfordern sollte ich mich auch nicht!

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Ich beiße nicht, ich will nur spielen

Heute Mittag war ich wieder laufen, nach einem Tag Pause. Ich spürte leicht die Beine, vor allem die Oberschenkel, aber es ging relativ gut. Es war Nieselwetter und etwas kühler, so um die 14 Grad, aber ich hatte meine langen Klamotten an.

Es lief ganz gut. Der Herbst ist noch ein Stückchen weiter vorangeschritten, und weite Teile der Strecke (übrigens wieder die Standard-7,8-km-Strecke) waren unter einem dichten Blätterteppich versteckt. Der Bauer hat mir einen bösen Streich gespielt und an einer Stelle frech meinen Weg mit umgepflügt, so daß ich mich mühsam durch den Acker quälen mußte - unschön für die Oberschenkel, unschön für den Knöchel, der das ausgleichen mußte.

Mitten im Wald kam mir eine Gruppe Wanderer entgegen. Eine von ihnen lief mit dem Blick konzentriert auf den Boden gerichtet, wohl in Gedanken oder aus Anstrengung. Alle anderen machten brav Platz, aber sie sah mich nicht; ich lief einfach weiter geradeaus in der Hoffnung, daß sie mich schon sehen würde, aber der Abstand wurde zusehends kleiner. Irgendwann hob sie den Blick und sah mich, und da erschrak sie und machte einen Satz zur Seite. Ich war etwas perplex, aber rief noch im Laufen: Ich tu nichts, ich will nur spielen!

Der Lauf war richtig befriedigend. Ich kam nach 42:20 Minuten an, d.h. mit einem Schnitt von 5:24 min/km. Der Puls war entsprechend etwas höher, aber nicht zu hoch: 166 im Durchschnitt mit einem Maximum von 178, der bei der Steigung gegen Ende der Strecke erreicht wurde. Danach war ich ganz schön fertig und reif für eine warme Dusche.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Krank und Wiederanlauf in Köppern

Ich bin zwei Wochen nicht gelaufen: mein leichter Schnupfen wuchs sich zu einer ziemlich üblen Angina aus, ich mußte zum Antibiotikum greifen. Resultat: ich bin jetzt wieder auf den Beinen, aber noch immer nicht ganz fit.

Gestern bin ich dann wieder gelaufen, und zwar in der Köpperner Mittagspause. Es war eine mühsame, aber notwendige Maßnahme: am Wochenende davor war ich in der Pfalz mit meiner Familie, und ich habe beim Wandern im Wald schon gemerkt, daß ich langsam untrainierter wurde. Jedenfalls merkte ich das beim Laufen deutlich, ich kam relativ schnell aus der Puste und konnte es nicht unbedingt gleich genießen.

Ich lief im Nebel bei 16 Grad, und es war schon eine deutliche Veränderung in Richtung Herbst im Wald zu spüren: alles war feucht, modrig, die Blätter waren gelb oder rot, und viele waren auf den Boden gefallen, so daß sie den Weg verdeckten. Ein schöner Lauf eigentlich. Ich lief die 7,8-km-Strecke wie gehabt und konnte sie nach 43:15 Minuten beenden, ein Schritt von 5:31 min/km. Mein Puls verhielt sich ganz OK, mit 159 im Durchschnitt und 172 als Maximum war eindeutig nicht der Kreislauf das Problem, sondern die Beine, die ich gleich danach schon deutlich spürte, und die paar Kilo, die sich in letzter Zeit angesammelt haben.

Ich wiege jetzt schon wieder 76 Kilo. Mein nächstes Projekt: 5 Kilo runter.

Montag, 29. September 2008

Mittagslauf in Köppern bei noch schönem Wetter

Heute Mittag bin ich wieder in Köppern gelaufen. Das Wetter war noch gut, und ich hatte Glück, denn eine Stunde später wäre ich naß geworden. Aber ich erwischte noch sogar etwas Sonne, ein bißchen Wind und viel herbstliche Luft. Es roch überall nach Pilzen, nach überreifen Beeren auf dem Waldboden, nach Laub, nach Heu.

Da ich von gestern noch etwas muskelverkatert war, bin ich nicht wie üblich hier entlanggedüst, sondern lief einigermaßen zivil durch die Gegend. Es war ja auch schön. Ich konnte mit kurzer Hose und kurzem T-Shirt laufen, es war am Anfang zwar etwas kühl, aber dann ging es, sobald ich mich aufgewärmt hatte.

Es war ein schöner Lauf. Ich kam relativ mühelos, aber nicht unterfordert an, hatte kräftig geschwitzt und mich ein bißchen ausgetobt. Die 7,8-k-Strecke war insgesamt gut passierbar, bloß an einer einzigen Strecke hatte sich etwas Matsch angesammelt. Dafür brauchte ich 41:43 Minuten, also ein 5:20er Schritt, und hatte dabei einen Puls von 162/173 - alles im grünen bereich.

Neuer Lauf mit Marianne am Mainufer

Letzte Woche war es bei der Arbeit ein bißchen schwierig, mich in der Mittagspause zum Laufen loszueisen. Ich verabredete mich mit Marianne zum Freitagabend, am Ende wurde es der Samstag. Insgesamt bin ich letzte Woche also nur zweimal gelaufen und hatte ein magere 16-km-Ausbeute.

Wir liefen wieder vom Merianplatz runter an den Main und dann in Richtung Westen bis Niederrad und zurück; diesmal bin ich etwas länger gelaufen, ud zwar bis zur Bahnbrücke bei der Uniklinik, so daß wir insgesamt 10,6 km liefen. Das letzte Stück vor der Halbstrecke habe ich zu einem kleinen Spurt genutzt, Marianne blieb zurück und erholte sich ein bißchen, und ich konnte mich austoben. Hat richtig Spaß gemacht, ich habe sogar zwei Radfahrer überholt ("Na, da hat es aber einer eilig!"), hatte aber dann einen Puls von 187 und war ziemlich außer Atem. Anschließend ging es aber in gemächlichem Tempo weiter, so daß ich mich erholen konnte.

Die Strecke war in herrlichem herbstlichen Abendlicht getaucht, es war voller Menschen, die entweder liefen, Rad fuhren oder einfach nur herumlungerten. Marianne hatte leichte Schwierigkeiten mitzukommen, wobei das kein Wunder ist, denn sie läuft in letzter Zeit praktisch nur, wenn wir zusammen laufen - das ist eindeutig zuwenig, um die Kondition zu halten. Immerhin hat sie es noch zu einem kleinen Endspurt am Ende der Strecke gebracht und war hinterher ganz glücklich, mal wieder gelaufen zu sein. Mit einem Tempo von exakt 6 min/km waren wir 1:03 Stunden unterwegs gewesen, mein Puls war im Durchschnitt bei 158 mit einem Maximum von 187 (der Spurt).

Gestern hatte ich dann Training ganz anderer Art: ich war bei meinem Freund Peter Möbel schleppen, weil er neue Böden verlegen will; wir mußten drei Zimmer ausräumen und alles in Keller oder Garage bringen und danach die Teppichböden ausreißen. Als ich damit fertig war, kam ich nach Hause und werkelte noch ein paar Stunden im Garten herum. Heute habe ich einen ziemlichen Muskelkater, und der kommt nicht vom Laufen!

Dienstag, 23. September 2008

MIttagslauf in Köppern, etwas mühsam

Gestern bin ich wieder allein gelaufen, in der Mittagspause in Köppern. Davor habe ich nochmal meinen Chef bearbeitet, der zwar von sich aus das Laufen interessant findet, sich aber noch nicht ohne gutes Zureden dazu eingefunden hat. Jetzt habe ich ihn für Freitag verpflichtet - mal schauen ob er kommt. Kollege Markus stand dabei und sagte, er würde auch kommen. Bin gespannt.

Kurz nachdem ich losgelaufen war erlebte ich eine unliebsame Überraschung: der Weg war von einem Baufahrzeug gesperrt, Durchgang nicht möglich. Ich drehte um und lief einen kleinen Umweg von etwa 300 Metern. Auch so war ich nicht in bester Form, ich lief nicht sehr schnell und dennoch ziemlich angestrengt. Unterwegs war alles wie immer, ich traf kaum einen Fußgänger im Wald und kam nach 44:48 Minuten wieder an. Das macht bei 8,1 km einen Schritt von 5:31 min/km, die Pulse waren mit 160/173 etwas hoch.

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Ich höre gerade: Abdullah Ibrahim - Solitude
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Sonntag, 21. September 2008

Abendlauf an der Nidda

Gestern mußte ich bis zum Abend warten, bis ich raus konnte. Nachdem ich meiner Tochter die Haare gewaschen hatte und ihr was zu essen gemacht hatte, bin ich gegen 20:30 losgelaufen.

Ich lief die 14-km-Strecke bis zur B3 und zurück; an sich ganz gut auch bei Dunkelheit zu laufen, nur das letzte Stück zwischen der Harheimer Brücke und der B3 ist etwas schlechter ausgebaut; hier muß man etwas auf den Boden achten, weil der Weg unregelmäßig ist. Unterwegs hatte ich ab und zu Fahrrad-Gegenverkehr, wobei sich die Radfahrer darüber aufregten, daß ich ohne Licht unterwegs war. Nur einer, der selbst lampenlos fuhr, nahm die Beinahe-Kollision gelassen und lachte drüber.

Ich lief relativ zügig und gleichmäßig: beim Passieren des 3-km-Punktes rechnete ich aus, daß ich mit etwa 5:23 min/km unterwegs war; den Wendepunkt erreichte ich bei 39 Minuten, die Gesamtstrecke dann nach 1:15 Stunden - ein Durchschnitt von 5:21. Die Pulse waren entsprechend relativ hoch, aber nicht übertrieben bei 165/174. Da es kalt war, hatte ich lange Klamotten an und kam völlig verschwitzt wieder zurück. Auf die warme Dusche freute ich mich dann sehr.

Donnerstag, 18. September 2008

Neuer Mittagslauf in Köppern

Wie angekündigt bin ich heute in der Mittagspause wieder gelaufen. Es war zwar kühl, aber trotzdem sehr schönes Herbstwetter: keine einzige Wolke, Sonne satt, eine kühle Brise und viele herbstliche Gerüche.

Um mir einen Rüffel zu ersparen (Hallo Anja!), lief ich heute langsamer. Ich hatte sowohl die lange Hose als auch ein Langarmshirt an, also mußte ich nicht besonders heizen. Das lief sehr gut.

Die Wege waren gut passierbar, es waren kaum Menschen unterwegs, kurzum: es war ein schöner, lockerer Lauf. Ich kam nach 42:30 Minuten an und ging anschließend Äpfel klauen - sehr lecker, direkt vom Baum. Meine Pulswerte waren mit 158/170 prima, das Durchschnittstempo mit 5:29 min/km ebenso.

Neues vom Kardiologen

Gestern war ich nach einem halben Jahr wieder zur Kontrolluntersuchung beim Kardiologen. Für mich war es aus zwei Gründen etwas spannend: zunächst einmal der MRT-Befund aus der Hochtaunusklinik, der zwar nicht schlimm, aber doch potentiell beunruhigend war; es stand die Frage im Raum, ob die bekannt gewordene Verengung meiner Aortenklappenprothese schon immer so gewesen, oder ob das eine neue Entwicklung war. Zum anderen habe ich vor ein paar Monaten meinen Betablocker eigenständig abgesetzt, und ich war gespannt, ob das negative Auswirkungen haben würde.

Die gute Nachricht zuerst: mit meiner Klappe ist alles soweit in Ordnung. Sie ist tatsächlich etwas verengt, das war sie aber schon direkt nach der Operation gewesen. Das war mir nicht ganz klar. Der jetzt gemessene Gradient ist zwar noch ein bißchen gößer, aber alles in allem in einem unkritischen Bereich - Aufatmen also an dieser Stelle.

Die Sache mit dem Betablocker war auch nicht dramatisch. Ich kontrolliere meinen Blutdruck regelmäßig und habe fast immer Bilderbuchwerte von 120/80 mit gelegentlichen Ausreißern nach oben oder nach unten. Dummerweise hatte ich gestern einen nach oben (131/95), der zwar vernachlässigbar ist, aber mir eine kleine Rüge einbrachte. Beim Belastungs-EKG war ich nicht besonders gut, ich schaffte 200 Watt (im Januar waren es 225 gewesen), also eine Stufe weniger. Die 10 Minuten strampeln reichten mir aber für den ganzen Tag - ich bin immer wieder erstaunt, wie stark sich sowas auswirkt. Jedenfalls war ich gestern nicht in der Verfassung, noch einen Mittagslauf zu machen - das werde ich heute noch erledigen.

Dienstag, 16. September 2008

Und wieder ein Mittagslauf in Köppern

Am Wochenende bin ich nicht gelaufen, weil ich zu einem verlängerten Hüttenwochenende nach Oberstdorf gefahren bin. Gestern hatte ich also umso mehr Bewegungsdrang.

Leider war es ziemlich kalt. Morgens beim Einpacken hatte ich das schon gesehen, aber in der Eile zwar das lange T-Shirt, nicht aber die lange Hose mitgenommen. So mußte ich mit der kurzen raus - eine echte Überwindung. Aber es ging, nach einer Weile war ich soweit aufgewärmt, daß mich das nicht mehr störte, und ab der Streckenhälfte habe ich sogar richtig geschwitzt. Ich lief die klassische 7,8-km-Strecke im zügigen 5:06er Schritt und kam nach 39:59 Minuten ans Ziel - ziemlich geschafft, aber dann endlich aufgewärmt. Meine Pulswerte waren erwartungsgemäß mit 163/174 ziemlich hoch, aber nach der anschließenden warmen Dusche war alles wieder im Lot.

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Ich höre gerade: Esbjörn Svensson Trio ( E.S.T.) - Hymn of the River Brown
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Donnerstag, 11. September 2008

Mittagslauf in Köppern, ohne Kollegen

Gestern wollte ich eigentlich mit meinem Kollegen Markus laufen, der sich morgens angesagt hatte und sogar seine Laufsachen dabei hatte. Gegen Mittag aber kippte seine Motivation, er schlug sogar vor, daß wir zusammen mit anderen Kollegen statt dessen essen gingen. Ich blieb eisern, er machte sich davon.

Als ich dann in Laufklamotten runterging, trafen wir uns im Treppenhaus: er kam vom Dönerladen mit den anderen zurück. Ich sagte noch etwas wie "Hier ist Dein Laufgewissen" und ging voller Häme raus :)

Das Wetter war etwas schwül, wenn auch bewölkt. Ich hatte mir ja vorgenommen, langsamer zu laufen, und bei dem Wetter war der Vorsatz leicht zu erfüllen. So langsam lief ich dann aber doch nicht, ich lief die 7,8-km-Strecke in 42:29 Minuten, ein Schnitt von 5:25 min/km also. Mein Puls bewegte sich im Durchschnitt bei 164 mit einem Maximum von 173 an der großen Steigung.

Es machte Spaß, ich war nicht zu sehr gefordert, aber wenigstens ausgepowert - eindeutig die bessere Verwendung der Mittagspause!

Ich habe mittlerweile einen anderen Kollegen zumindest als Interessent gewonnen; mein Chef wird sich demnächst entscheiden, ob und wie häufig er mitlaufen wird.

Dienstag, 9. September 2008

Schneller Abendlauf mit Krampf

Nachdem ich gestern in der Mittagspause keine Zeit gehabt hatte (genaugenommen hatte ich keine Zeit für eine Mittagspause), wollte ich mich abends doch etwas abstrampeln und bin kurz nach 7 losgelaufen. Es war herrlichstes Laufwetter; ein paar Gewitterwolken waren am Himmel, aber ansonsten alles klar und relativ frisch; die Sonne schien mir auf den Rücken und tauchte alles in schönes, warmes Abendlicht. Nach der Hälfte hätte ich die Sonne im Gesicht bzw. einen schönen Sonnenuntergang sehen können, aber da war ich nicht schnell genug, sie war hinter dem Feldberg schon untergegangen.

Ich lief ziemlich schnell, wobei ich gleich am Anfang ein unangenehmes Ziehen am rechten Oberschenkel spürte. Nachdem ich mich aber warmgelaufen hatte, ging das wieder weg. Ich lief die 14-km-Strecke entlang, kam auch zügig bis zum Wendepunkt, aber das Zwicken fing schon wieder an zu stören. Bei Kilometer 11,4, kurz vor der Homburger Landstr., bekam ich einen Krampf am Oberschenkel, also brach ich dort ab und ging den Weg zurück.

Es war trotzdem nicht schlecht: mit einem Durchschnittspuls von 161 und einem Maximum von 172 war ich ganz schön gefordert, was auch den Krampf erklärt. Das Durchschnittstempo war mit 5:08 min/km recht ordentlich. Heute morgen hatte ich zwar etwas Muskelkater, ansonsten aber keine Beschwerden.

Sonntag, 7. September 2008

Neuer Lauf mit Marianne am Mainufer

Gestern bin ich gleich um 8:30 wieder mit Marianne am Mainufer gelaufen. Ich wollte ein bißchen schnelelr als sonst laufen, erstens weil ich nicht soviel Zeit hatte, zweitens, um Marianne ein bißchen zu striezen. Ich hatte mir vorgenommen, die 10-Kilometer-Strecke in 55 Minuten zu laufen.

Wir liefen sehr pünktlich und relativ entspannt los, wobei ich diesmal das Tempo diktierte. Ohne GPS richtete ich mich nach meinem Puls, und der sollte knapp unter 160 sein. Nach einer Weile stellte er sich ein, und Marianne schnaufte zwar und wurde recht einsilbig, aber sie kam gut mit. Es war naß, zwischendrin regnete es ein bißchen, und wir mußten hin und wieder über Pfützen springen.

Wir liefen bis zur Kaiserlei-Brücke in Offenbach, d.h. ein bißchen kürzer als die dargestellte Strecke; da wir am Schluß nur bis zum Anfang der Berger Straße am Anlagenring liefen, ergibt sich eine Strecke von etwa 9,7 km. Marianne wollte zwischendrin beinahe aufgeben, aber ich konnte sich doch motivieren: wir nahmen etwas Tempo raus und erzählten uns gegenseig eine Fortsetzungsgeschichte (es ging um einen Läufer, der Motivation brauchte), und so verging die Zeit relativ zügig. Wir kamen auch relativ zügig an; meine Uhr zeigte 57:36 Minuten an, womit wir mein selbstgestecktes Ziel knapp verfehlt hatten, dafür aber Mariannes Erwartungen übertrafen. Da sie sich wieder mit mir verabredet hat, nehme ich an, daß es doch nicht allzu viel für sie war :)

Meine Pulswerte waren im Durchschnitt bei 148 mit einem Maximum von 157 - sehr gut für das Tempo, immerhin 5:52 min/km.

Mittwoch, 3. September 2008

Mittagslauf in Köppern

Heute war es ziemlich kühl und regnerisch, ich mußte also mit langer Hose laufen. Natürlich hätte ich mich anders erwärmen können, z.B. einfach dadurch, daß ich die Mörderstrecke von neulich nahm, da hätte ich sicher geschwitzt, aber das wollte ich dann doch nicht :)

Ich lief also meine altbekannte 7,8-km-Strecke. Zwischendrin fing es an zu regnen, aber das war mir vorher eh schon klar gewesen. Ich lief ohne Komplikationen die Strecke und kam nach 40:08 Minuten wieder an; der Durchschnittspuls war bei 155 mit einem Maximum von 177 - das ist prima, denn der Durchschnittspace waren 5:07 min/km.

Montag, 1. September 2008

Mittagslauf am Winterstein

Heute bin ich wieder in der Mittagspause gelaufen. Um etwas Abwechslung zu bringen und nicht immer die Versuchung zu haben, die gleiche Strecke ständig schneller laufen zu wollen, suchte ich mir mit Google Maps eine neue Strecke, die etwas länger sein sollte. Ich fand relativ schnell eine, die gut geeignet schien, wobei ich an einer Stelle den Weg durch den Wald nicht ekennen konnte; auch die Kartenansicht von Google zeigte mir keinen Weg an. Ich schob das auf die Kartenqualität in ländlichen Gebieten und lief trotzdem los in der Überzeugung, daß ich den Weg schon finden würde.

Was soll ich sagen, es war ein Fehler: bei Google Maps sieht man das Höhenprofil leider nicht direkt, ich hätte vorher darauf schauen müssen. Der Weg führte mich erst mal 3 Kilometer steil bergauf, und als ich oben war, ging es noch steiler wieder runter. An der Stelle, die ich in der Karte nicht hatte finden können, war ein so steiler Abgang, daß der Weg in Schlangenlinie runterging; das ist hier auf meiner eingegebenen Strecke nicht direkt zu sehen, etwa kurz nach Kilometer 5. Danach fand ich einen Weg zurück, der mich eigentlich auf die alte Runde bringen sollte; ich hätte 12 Kilometer laufen wollen, schaffte aber in der einen Stunde nur 8 - und war danach richtig fertig.

Ich habe keine Pulswerte davon, weil ich meinen Brustgurt vergessen hatte, aber das Tempo spricht für sich: 7:27 min/km. Hinterher ging mir auf, daß ich den Winterstein fast bis zum Gipfel hochgelaufen war - da war ich schon einmal gewesen.

Ich glaube, die Strecke werde ich nicht so schnell wieder laufen :)

Lauf mit Marianne am Mainufer

Ich bin ein bißchen faul beim Bloggen gewesen, ich gebe es zu. Ich muß noch einen Eintrag für Samstag und einen für heute nachliefern.

Ich hatte mich schon vor einer Woche locker mit Marianne verabredet, wir wollten mal wieder nach längerer Pause zusammen laufen. Zunächst sah das so aus, als würde das wieder nicht klappen, aber ich verschob den Lauf in den Abend, sie sagte eine Verabredung ab, und so klappte es dann doch.

Wegen des Museumsuferfests mußten wir den Main in östlicher Richtung laufen, an Gerbermühle und Staustufe vorbei bis in den Kaiserlei und zurück. Wir wollten ein bißchen länger laufen, und da stellte sich dir Frage, ob wir bis nur zur Kaiserleibrücke und zurück laufen sollten, was genau 10 Kilometer ist, und hinterher noch zwei, drei Kilometer an den Parkanlagen laufen sollten. Wir entschieden uns dagegen, wir liefen den Offenbacher Nordring bis zur Carl-Ulrich-Brücke, machten dort eine kleine Pause und liefen dann wieder zurück. Alles in allem eine 1,5 Kilometer lange Strecke, die recht angenehm zu laufen war; nur der Teil am Offenbacher Hafen ist nicht unbedingt sehr reizvoll.

Wir liefen sehr gemütlich, das Durchschnittstempo war 6:44 min/km, wobei es eigentlich etwas höher war, da wir in der Mitte ein Pause machten. Auf dem Rückweg konnten wir zeitweise nichts sehen, da es schon dunkel geworden war; das gab dem Ganzen einen kleinen Anstrich von Nachtwanderung. Am Ende wagten wir einen etwa 100 Meter langen Sprint bis unter die Flößerbrücke, was viel Spaß machte. Die letzten 1,5 oder 2 Kilometer gingen wir durch den Park am Anlagenrig zurück. Am Merianplatz wollte ich gerne noch ein Eis bei der eröffneten Dulce-Filiale essen, aber die machte mir frecherweise vor der Nase zu.

Meine Pulswerte waren entsprechend niedrig, 128 im Durchschnitt mit einem Maximum von 178 im Endspurt.

Mittwoch, 27. August 2008

Neuer Mittagslauf in Köppern

Ich war schon lange nicht mehr in Köppern gelaufen. Das letzte Mal war noch vor dem Mainzer Marathon gewesen, und nach dem Wiederanlauf nach der Zwangspause war ich nicht mehr mittags gelaufen: zu warm, zu faul :)

Gestern war ich also gespannt darauf, wie ich die Strecke bewältigen würde: erstens ist sie viel bergiger als das, was ich in den letzten Wochen gelaufen bin, zweitens sind die Wege unregelmäßiger, was schlecht für meinen Knöchel ist, und drittens wollte ich allgemein wissen, auf welchem Fitness-Stand ich mittlerweile bin.

Es lief gut. Ich startete mit diesem Leichtigkeitsgefühl, das ich schon mal gespürt hatte, ohne Schmerzen, ohne schweren Beine, mit ausreichenden Atemluftreserven und Kraft in den Steigungen. Nach einer Weile merkte ich, daß ich relativ schnell lief, aber nicht so, daß ich unbedingt verlangsamen mußte. Die Bahnschranke erreichte ich nach 13 Minuten, was mir aber nicht viel sagte (ich hatte vergessen, welche Zeit ich sonst gelaufen war). Im Wald war es etwas feucht, aber die Wege waren gut, einige davon ausgebessert, zwei Teilstrecken sogar geteert.

Gegen Ende der Strecke dachte ich sogar, ich würde meine Bestmarke knacken und freute mich darüber: ich kam nach 39:51 Minuten an. Dem war nicht so; die Bestmarke liegt hier schon bei 37:26 Minuten; trotzdem ordentlich. Die Strecke betrug wie immer 7,8 km. Meine Pulswerte waren etwas hoch, 173 im Durchschnitt und 183 maximal, aber mir ging es trotzdem gut. Auch heute tut der Knöchel nicht zu sehr weh.

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Ich höre gerade: Pink Martini - Aspettami
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Sonntag, 17. August 2008

Momentan läuft nur die Nase...

Ich schreibe nur der Vollständigkeit halber, falls mich jemand hier vermißt hat. Ich habe mir eine dämliche Sommergrippe eingefangen mit Schnupfen, Halsweh, Gliederschmerzen und allem, was so dazugehört. Laufpause also.

Außerdem hatte ich mal wieder einen kurzen Kreislaufkollaps. Ich habe meine Tochter beim Hort abgeholt und ließ mich dazu verleiten, einen Moment auf Stelzen zu laufen. Beim Runtersteigen habe ich mich etwas ungeschickt angestellt und rammte mir den oberen Teil der Stelze in die Achselhöhle; das tat höllisch weh. Ich taumelte einen Moment, dann wurde mir schwindelig und mußte mich auf den Boden legen - dann war ich weg. Ich wachte wieder auf, als mich eine der Freundinnen meiner Tochter fragte: Haben Sie das Bewußtsein verloren? Ich mußte bejahen :(

Dienstag, 12. August 2008

Lauf im Regen, nicht wirklich erholend

Gestern Abend bin ich wieder gelaufen: Ich wollte ein bißchen langsamer machen, weil ich den schnellen Lauf vom Samstag noch in den Beinen spürte; um mich nicht in Versuchung bringen zu lassen, nahm ich eine etwas veränderte Strecke: aus dem Hin-und Herweg an der Nidda machte ich einen Rundweg, der zwar genauso anfing, aber an der Harheimer Brücke dann die Strecke verläßt, den Berg nach Berkersheim hochsteigt, dann wieder weiter nach Preungesheim und zurück über Eckenheim. Die Streckenführung ist eigentlich ganz nett, aber der Grund, warum ich sie so selten nehme, ist die Steigung von der Nidda nach Berkersheim und Preungesheim.

Schon als ich loslief, regnete es leicht, aber unterwegs wurde der Regen etwas stärker, und bald war ich ganz durchnäßt. Das machte nichts, es war mir trotzdem warm, weil ich doch nicht so langsam laufen konnte, wie ich eigentlich gewollt hatte. Unterwegs traf ich etliche Läufer, die anscheinend die günstige Temperatur nutzten, um rauszugehen. Ich lief ganz regelmäßig bis zur Harheimer Brücke (da wurde mir klar, daß ich zu schnell lief), dann bog ich ab und lief leicht ansteigend bis zur Bahnschranke. Die war geschlossen, also mußte ich über die Brücke laufen - schon eine anstrengende Sache. War aber gerade gut als Einstimmung für die darauf folgende Steigung: uff! Die ist steil. Und geht über ein paarhundert Meter. Sehr unangenehm. Oben angekommen, war ich schon auf dem Feld und überlegte, ob ich über die B3 in Richtung Lohrberg laufen sollte, aber das schien mir etwas riskant, denn ich kannte da keinen vernünftigen Rückweg. Also machte ich kehrt und lief runter bis Preungesheim, durch die Siedlung Frankfurter Bogen, am kleinen Friedhof vorbei in die Siegmund-Freud-Straße. Hier bin ich beinahe schon zuhause, da ging es nur noch über die Autobahnbrücke, an den Schrebergärten entlang und ich war tatsächlich zurück.

Heraus kam eine runde Strecke von 13,5 km, die ich in 1:14 Stunden lief - ein Schnitt von 5:29 min/km. Nicht wirklich zum Erholen, mein Pulse lagen mit 159 im Durchschnitt und 170 maximal zu hoch dafür. Aber es hat Spaß gemacht, und außer einem Muskelkater heute morgen habe ich das gut überstanden. Die warme Dusche nach dem Lauf habe ich aber wirklich gebraucht.

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Ich höre gerade: Chicane - Offshore (Ambient Mix)
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Sonntag, 10. August 2008

5er geknackt! 5er geknackt?

Gestern Morgen bin ich wieder die 14-Kilomter-Runde gelaufen, diesmal angetreten, die magischen 5 min/km durchzuhalten. Insgesamt mußte ich also in 1:10 h zurück sein, um das Ziel zu erreichen.

Ich lief gegen 10:00 los, es ging mir gut, und ich konnte mir vorstellen, es zu schaffen. Ich hatte einen guten Schritt drauf, wobei der Puls schon ziemlich weit oben war; viel schneller konnte ich nicht laufen. Aber es ging gut. Ich hatte den Forerunner dabei und ließ mir die Momentangeschwindigkeit anzeigen, mußte aber feststellen, daß der keine zuverlässigen Angaben machen konnte; die Anzeige schwankte sehr zwischen 3:50 und 6:50, was eigentlich nicht sein konnte, denn ich lief ziemlich konstant.

Ich verlegte mich darauf, Zwischenrunden an markanten Punkten zu setzen, so daß ich das später auf der Karte nachvollziehen konnte (es zeigte sich, daß die Methode zuverlässiger war: ich lief tatsächlich ziemlich konstant). Nach der halben Strecke sah ich, daß ich es schaffen konnte, was mir einen guten Ansporn gab.

Als ich kurz vor dem Ziel die letzte Zwischenrunde markierte, mußte ich feststellen: Mist, schon wieder nicht geschafft, die Uhr zeigte schon 1:10 h, und es fehlten ein paar hundert Meter. Am Ziel angekommen, hatte ich 1:11:07 Stunden und hatte das Ziel knapp verfehlt.

Hatte ich? Nein: der Forerunner behauptete, ich wäre 14,4 Kilometer gelaufen. Somit hatte ich einen Schritt von 4:55 min/km durchgezogen. Sehr schön, ich konnte mich freuen, allerdings war mir nicht ganz klar, auf welcher Weise ich die zusätzlichen 400 Meter gewonnen haben sollte, denn ich war die Runde eigentlich genau so wie immer gelaufen. Entweder spinnt allso der Forerunner, was ihm durchaus zuzutrauen wäre, oder Google Maps.

Ich beschloß, mich vorerst über meine neue Schnelligkeit zu freuen; die Pulswerte sprechen jedenfalls dafür: 169 im Durchschnitt, 176 maximal. Ich werde mich aber erst dann richtig freuen, wenn ich die gleiche Strecke unter 1:10 h laufe, egal, wie weit sie nun ist.

Donnerstag, 7. August 2008

16 Kilometer am Abend mit Franziska

Gestern Abend sind wir wieder zusammen gelaufen, meine liebe Frau und ich. Wir warteten, bis die Hitze des Tages etwas abkeklungen war (um 20:00 Uhr zeigte das Thermometer noch 29 Grad) und liefen um 21:20 Uhr los.

Franziska wollte langsam laufen, aber etwas länger. Ich paßte mich an, da ich in letzter Zeit eh dauernd schnell unterwegs war. Wir liefen an der Nidda in Richtung Rödelheim und zurück ein Stück über den Niddapark, insgesamt ziemlich genau 16 Kilometer (der Forerunner behauptete, es seien 16,4 gewesen). Ein schöner Lauf, angefangen bei untergehender Sonne mit einer Mondsichel im Abendhimmel, danach wurde es dunkler, und überall im Park waren Gruppen am Grillen und Feiern. Leider waren auch viele Mücken unterwegs, so daß wir manch eine schlucken mußten. Da wir vorher nicht gegessen hatten, war es aber gut so.

Wir liefen in gemächlichem Tempo so, daß wir uns gut und ruhig unterhalten konnten und erreichten den Wendepunkt, ein Kiosk auf der Rödelheimer Insel, bei 55 Minuten. Danach liefen wir einen etwas veränderten, aber etwa genau so langen Weg zurück. Wir kamen doch ziemlich geschafft nach 1:50:10 Stunden an - ein Schritt von 6:52. Meine Pulswerte waren entsprechend niedrig, ein Durchschnitt von 137 mit einem Maximum von 145. Meine Uhr behauptet, ich hätte 1170 kcal verbraten, davon 45% Fett - nun ja.

Erstaunlicherweise konnte ich feststellen, daß ich nicht wesentlich weniger kaputt war als nach einem anstrengenden, schnellen Lauf. Die Beine, Gelenke, der Rücken, sie waren alle vergleichbar mitgenommen wie nach einem schnellen Lauf. Ich erklärte mir das so, daß beim langsameren Laufen entweder andere Muskelgruppen, oder aber die gleichen Muskelgruppen anders beansprucht werden, so daß es gestern ein bißchen so war, als wäre ich untrainiert gewesen und hätte mich überangestrengt. Eine andere Möglichkeit: es ist nicht unbedingt nur die Intensität, die zu einem schlappen Körper führt, sondern auch die Zeit spielt dabei eine Rolle. Jedenfalls fand ich das gestern spannend. Vielleicht ist das aber eine Überlegung wert: wenn man sich eh anstrengen wird, dann lieber schneller laufen :)

Dienstag, 5. August 2008

Nochmal: Lauf am Abend, schnelle 14 km. 1000 Kilometer!

Nachdem ich es am Sonntag nicht gepackt habe, bin ich gestern Abend wieder gelaufen. Es wurde die gleiche 14-km-Strecke, an der ich mir momentan die Zähne ausbeiße. Ich wollte eigentlich den 5er Schritt durchziehen, was mir aber nicht gelungen ist: ich bin nach 1:12:08 Stunden angekommen, also ein Schritt von 5:08.

Immerhin ging es mir gestern besser, nach dem Lauf war ich nicht so fertig, sondern hatte noch ein bißchen Kraft zu einem kleinen Endspurt, und das Ganze machte auch viel Spaß. Es hatte sicher auch damit zu tun, daß es nicht so warm war, ich hatte 22 Grad. Jedenfalls waren meine Pulswerte etwas besser, 163 im Durchschnitt und 178 am Ende beim Endspurt. Zwar auch nicht gerade entspannt, aber doch nicht so am Limit.

Mit dem gestrigen Lauf habe ich dieses Jahr die 1000 Kilometer überschritten.

Lauf am Abend, 14 schnelle km

Ich habe wieder einen Blogeintrag versäumt, wird soeben nachgeholt.

Am Freitag bin ich wieder die 14-Kilometer-Strecke gelaufen. Allein, gestartet abends nach der Arbeit, war es ein guter, aber anstrengender Lauf. Ich lief die Strecke in 1:13:25 Stunden und war ziemlich fertig, aber glücklich. Das ist ein Schritt von 5:13 im Durchschnitt - nicht schlecht, aber es geht sicher noch besser. Ich müßte einen 5er Schritt eigentlich halten können.

Meine Pulswerte waren an dem Abend allerdings nicht so, daß ich mehr gekonnt hätte: mit einem Durchschnitt von 168 und einem Maximum von 175 war ich schon recht nah an dem, was ich meine Grenze nenne.